Hunderttausend vor den Pavillon gelockt

Die Veranstaltungsreihe «Kultur pur» im Pavillon am See ist seit gestern Geschichte. Initiant Niklaus Looser blickt auf zehn spannende und nervenaufreibende Jahre zurück. Die Nachfolge ist noch offen, Looser wünscht sich ein stärkeres Engagement der Stadt.

Res Lerch
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Stadtrat Ronnie Ambauen (links) überbrachte Niklaus Looser den Dank der Behörden und ein Geschenk zum Abschluss. (Bild: Res Lerch)

Stadtrat Ronnie Ambauen (links) überbrachte Niklaus Looser den Dank der Behörden und ein Geschenk zum Abschluss. (Bild: Res Lerch)

RORSCHACH. Es gibt diese wiederkehrenden Veranstaltungen, die einem mit der Zeit so richtig ans Herz wachsen. Rorschach hat viele davon, eine ist seit gestern Geschichte. Nach zehn Jahren beendete Niklaus Looser sein Engagement rund um «Kultur pur» im Pavillon. «Es war eine tolle Zeit, aber es ist jetzt auch Zeit für mich aufzuhören», sagte er gestern, als er unter viel Applaus seine letzte Livemusik, die Otmarmusik St. Gallen, ankündigte.

Hunderte von Konzerten

In den vergangenen Jahren hat er Hunderte von Konzerten im Rahmen seines Kulturevents organisiert und durchgeführt. Was im eher kleinen Rahmen begann, hat sich zu einem Zuschauermagneten am Rorschacher Bodenseeufer entwickelt. «Im Schnitt dürften es immer um die zehntausend Gäste gewesen sein, die jede Saison den Weg vor den Pavillon fanden», freut sich Looser und ist selber baff, dass das eine Gesamtzahl von rund 100 000 ergibt. Niklaus Looser wäre nicht er selber, wenn im ganzen Engagement nicht seine Leidenschaft für die Musik ersichtlich wäre. Er, der in einigen Formationen mitspielt und mit seinem Musicatelier unzähligen Leuten das Musizieren beibringt, war immer bestrebt, mit «Kultur pur» möglichst vielen Bands von nah und fern eine Plattform zu bieten um ihr Können live vorzutragen. «Das hat über all die Jahre wunderbar funktioniert und ich erhalte immer wieder Grussbotschaften von Formationen, die früher einmal hier im Pavillon aufgetreten sind», so Looser. Aber das Ganze hat auch Nerven gekostet, denn bis alles jeweils unter Dach und Fach war, hat es enorm viel Aufwand gebraucht.

Nachfolgefrage ist offen

Wenn jemand mit so viel Engagement am Werk ist, ist es nicht einfach, geeignete Nachfolger zu finden. Das spürt jetzt auch Niklaus Looser, der von vielen Seiten das Bedauern hört, dass er als Initiant von «Kultur pur» aufhört. «Für mich ist der Entscheid gefallen, denn ich werde ja auch nicht jünger», schmunzelt er. Es ist ihm aber ein Anliegen, dass alle involvierten Kreise nach einer tragfähigen Lösung ringen.

Er hegt auch den Wunsch, dass das gesamte Kulturangebot der Stadt Rorschach unter einem Dach zusammengeführt wird. «Was in dieser Stadt in Sachen Kultur abgeht, ist erstaunlich und es wäre wirklich langsam an der Zeit, dass hier seitens der Stadtbehörden die Weichen in jene Richtung gestellt werden, dass dieses individuelle und grossmehrheitlich auch ehrenamtliche Wirken aus der Bevölkerung entsprechend gewürdigt wird. Ich denke, da steht einiges auf dem Spiel», sagt Niklaus Looser. Dann wendet er sich ein letztes Mal in Richtung Pavillonbühne, um «seinen» Abschluss nicht zu verpassen.