HSG: 40 Prozent fallen durch

ST.GALLEN. 1500 Studenten haben in der Startwoche ihr Studium an der HSG in Angriff genommen. Gleichzeitig erklärt der Assessmentverantwortliche die hohe Durchfallquote.

Fabian Kleeb
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Eine Gruppe von Studierenden beim Lösen einer Aufgabe in der Startwoche: Auf sie wartet ein hartes erstes Jahr an der Universität St. Gallen. (Bild: Felix Keckeis)

Eine Gruppe von Studierenden beim Lösen einer Aufgabe in der Startwoche: Auf sie wartet ein hartes erstes Jahr an der Universität St. Gallen. (Bild: Felix Keckeis)

Achtung, fertig, los – und bereits ist die erste Etappe für die 1500 Frischlinge an der HSG wieder vorüber. Die diesjährige Startwoche ging mit der gestrigen Schlussveranstaltung in der Olma-Halle 2.1 zu Ende.

Das einwöchige Unterfangen mit der Fallstudie zum Thema «Zukunftsraum Schweiz – Risiken und Chancen» im Mittelpunkt verschlang 450'000 Franken und 12'000 von Studenten freiwillig geleistete Arbeitsstunden. Der Hauptsponsor, eine St.Galler Versicherung, übernimmt rund zehn Prozent der Ausgaben. Rund 400'000 Franken fallen auf das reguläre Universitätsbudget. Den möglicherweise empört aufschreienden Steuerzahler kann Roman Capaul, Leiter des Assessmentjahres, beruhigen: «Dieses Geld ist sehr gut investiert. Vom Real-Projekt wird in unterschiedlichsten Aspekten profitiert.» Darunter fallen Vorbereitungsseminare für Tutoren (Studenten ab dem dritten Semester), die wertvolle Projekterfahrung für das vierköpfige Campusteam und die Lernchance für sämtliche Beteiligten.

Wertvolle Ansprechpersonen

Im übrigen wird garantiert, dass die Neuankömmlinge dank Kontakten zu Tutoren – die auch später während des Studiums als inoffizielle Gotten und Göttis fungieren – komplikationslos aus den Startblöcken kommen. Pikant: Die ETH begleitete die St.Galler Startwoche zwei Jahre lang und führte dieses Jahr erstmals eine Startwoche in einer ähnlichen Form durch. «Wir sind schon stolz darauf», gibt Professor Capaul zu Protokoll.

Beängstigende Durchfallquote

Nachdem in der Startwoche noch «Friede, Freude, Eierkuchen»-Stimmung» vorherrschte, beginnt übermorgen der knallharte Uni-Alltag. Die vielen Studenten nur schleierhaft bekannte Durchfallquote ist vor und während des ersten Studienjahres permanent ein Thema auf dem Rosenberg. Capaul setzt der Geheimniskrämerei und den Gerüchten rund um die Zahl der scheiternden Studenten ein Ende. «Transparenz ist uns wichtig – auch in diesem Punkt», sagt der Assessmentverantwortliche. Statistiken der Uni zeigen, dass zwischen 35 und 40 Prozent das erste Jahr nicht bestehen oder vorzeitig abbrechen.

Der Anteil an ausländischen Studenten beträgt im Assessmentjahr rund 20 Prozent. Diese meisterten zur Zulassung eine selektive Aufnahmeprüfung, was zur Folge hat, dass 95 Prozent von ihnen das Startjahr bestehen. Für Schweizer Studenten ergibt sich daraus die eindrückliche Durchfallquote (inklusive Studienabbrechern) von 49 Prozent. «Die Anforderungen sind hoch, aber fair», sagt Capaul.

Die angestrebte Ziellinie liegt für die Studienanfänger zwar in weiter Ferne, dennoch ist das Rennen für knapp die Hälfte im nächsten Sommer schon wieder zu Ende.