HRS muss mit Stadt kooperieren

Mit einer Planungszone bei der Metropol-Parzelle baut der Stadtrat eine Sicherung ein. HRS soll dort nicht frei walten können, bis die revidierte Ortsplanung rechtskräftig wird. Der Stadtrat möchte ein Hotel, sieht aber auch Standortoptionen.

Max Eichenberger
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Der Metropol-Komplex am See. (Bild: me)

Der Metropol-Komplex am See. (Bild: me)

ARBON. Auf dem «Metropol»-Areal ist eine überlagerte Gestaltungsplanpflicht vorgesehen. Diese gilt aber erst mit dem überarbeiteten Zonenplan, was Mitte 2013 der Fall sein soll. Bis dahin wird mittels Planungszone sichergestellt, dass Änderungen ohne Gestaltungsplan nicht möglich sind. «Solche Pläne können zwar von privaten Grundeigentümern erstellt werden, müssen aber zuerst durch den Stadtrat und dann durch das Departement für Bau und Umwelt genehmigt werden», hält der Stadtrat fest. Damit wird Stadtammann a. i. Patrick Hug zufolge der Auftrag der Motion erfüllt, welche das Stadtparlament im Mai erheblich erklärt hatte.

Das Parlament wollte mit seinem Vorstoss den Einfluss der Stadt gegenüber der Grundeigentümerin HRS Real Estate AG wahren. Damit die Stadt mitentscheiden kann, was künftig an der Vorzugslage am See beim «Metropol» passiert. «Wir wollten dem Stadtrat auch den Rücken in den Verhandlungen mit HRS stärken», sagten die Motionäre um Andrea Vonlanthen (SVP), Riquet Heller (FDP), Kaspar Hug (CVP) und Peter Gubser (SP). Damit dieser die Interessen von Arbon auch wirkungsvoll vertreten könne.

Auflagen für HRS

Unabhängig vom Vorstoss habe der Stadtrat genau dies schon in der Pipeline gehabt und eine überlagerte Gestaltungsplanpflicht vorgesehen, sagt Patrick Hug. Die Motion sei dann Auslöser gewesen, eine Planungszone einzurichten. Diese ist mit der Publikation im Amtsblatt für die Dauer von drei Jahren bereits wirksam geworden. Faktisch gelten vorgezogen die neuen Bestimmungen. Die Grundeigentümer werden verpflichtet, für die Parzelle «Metropol»/Ex-Migros (1800) einen Architekturwettbewerb durchzuführen.

Dieser bildet die Grundlage für den Gestaltungsplan. «HRS hat das weitere Vorgehen mit der Stadt abzustimmen. Die Planungszone stellt sicher, dass vorläufig nichts passieren kann.»

Öffentlich zugänglich

Im Vordergrund stehe für den Stadtrat, dass die Gesamtanlage öffentlich zugänglich bleibt und eine Gastronomie vorgesehen wird – wenn möglich mit Hotel- und Appartement-Nutzung, sagt Hug. «Eingebracht haben wir ausserdem, dass die Stadt die Realisierung eines Saals wünscht sowie eine Tiefgarage, die auch öffentlich genutzt werden kann.» Die Stadt, sagt Hug weiter, könnte sich mit einer gewissen Anzahl Garageplätze einmieten. Der Stadtrat ist sich bewusst, dass HRS für die beiden Parzellen der Genossenschaft Migros einen relativ hohen Kaufpreis zu leisten hatte. Das trug der Verkäuferin Kritik ein, weil sie vorgab, auch die Interessen der Stadt zu berücksichtigen. HRS sagte nun aber nach dem Erwerb, dass für eine Hotelnutzung eine ausreichende Rendite nicht zu erzielen sei. Falls tatsächlich kein Hotel auf der «Metropol»-Parzelle rentieren würde, sähe Hug als Option ein Hotel unmittelbar hinter den Bahngleisen. Das Saurer WerkZwei ist ebenfalls im Besitz von HRS. Interesse hat HRS ebenfalls am Hamel-Gebäude, das noch der Stadt gehört.

Eine Nutzungsstudie für den Hamel hat HRS im Auftrag der Stadt erarbeitet. Weil HRS primär Entwickler ist, könnte durchaus ein anderer Investor einsteigen. Der Standort beim Bahn-/Bushof und die Verbindung zum See wären für den Betrieb eines Hotels durchaus attraktiv. Zumal der Stadtrat die städtische Parzelle neben dem «Metropol» als «Fenster zum See» in seinem Besitz halten und freihalten will, bekräftigt Hug.