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HORN: Sein Budget beträgt 8.90 Franken

Der Horner Schauspielstudent Collin Siegfried spielt die Hauptrolle in der Webserie «Leaked». Auf der Strasse erkannt und angesprochen wird er aber wegen einer anderen Rolle.
Arcangelo Balsamo
Für Collin Siegfried steht fest: «Eines Tages versuche ich mein Glück in den USA.» (Bild: Arcangelo Balsamo)

Für Collin Siegfried steht fest: «Eines Tages versuche ich mein Glück in den USA.» (Bild: Arcangelo Balsamo)

Arcangelo Balsamo

arcangelo.balsamo

@tagblatt.ch

Ein junger Mann begutachtet Autos und steigt in einen Luxusschlitten. Er riecht genüsslich am Lenkrad. Der Verkäufer räuspert und fragt nach dem Budget des jungen Mannes. «8.90», antwortet er. Der beschriebene Werbespot lief in diesem Jahr beinahe in Endlosschleife. Der junge Mann im 30-Sekunden-Video wird gespielt von Collin Siegfried aus Horn. Seit der Werbung werde er regelmässig erkannt, wenn er in Zürich durch die Strassen schlendere, sagt der 18-Jährige. Unter der Woche ist er täglich in Zürich anzutreffen. Dort geht er seit etwas mehr als einem Jahr an eine Schauspielschule.

Siegfried spielt jedoch nicht nur in Werbespots mit. Seit drei Wochen ist er in der Webserie «Leaked» zu sehen. In dieser spielt er die Hauptrolle: den KV-Lehrling Joris, der durch ein Video, das im Internet veröffentlicht wird, in die Bredouille gerät. «Ich war so in der Rolle drin, dass die Dreharbeiten richtig Spass gemacht haben», sagt Siegfried. Er habe sich gut darauf vorbereitet und sogar seinen Gang angepasst. «Joris ist ein Vorzeigelehrling und unsicher bei Frauen. Wenn man so will, ist er das Gegenteil von mir», so der Student. Er würde sich selbst zwar nicht als Frauenschwarm bezeichnen, «aber ich weiss, dass ich nicht schlecht ankomme», sagt er.

Bezeichnet sich nicht als Schauspieler

Einen völlig anderen Charakter zu spielen, fände er spannender, als einen, der ähnlich tickt wie er, sagt der Horner. «Man findet zwar immer irgendwelche Parallelen mit der Figur, die man spielt. Das hilft natürlich. Aber einmal einen Drogensüchtigen oder einen Homosexuellen zu spielen, das reizt mich mehr», sagt er.

Obwohl er in Werbungen zu sehen war, auf der Strasse erkannt wird und eine Hauptrolle hatte, bezeichnet er sich nicht als Schauspieler. «Das wäre respektlos gegenüber Berufsschauspielern. Ich bin Schauspielstudent und lerne noch», sagt Siegfried. Nichtsdestotrotz steht er bereits bei der Agentur Cine Royal Productions GmbH unter Vertrag. «Sie hilft mir beim Koordinieren der Castings und der Drehtage. So kann ich mich voll auf mein Studium konzentrieren.» Für dieses opfere er auch einen grossen Teil seiner Freizeit. «Ich bin immer schon vor dem Unterricht in der Schule», sagt er. Und je nachdem, übe er Zuhause weiter. In der Schule habe er beispielsweise gelernt, akzentfrei hochdeutsch oder andere Dialekte zu sprechen – etwa den Zürcher. «Das ist wichtig. Ich habe schon Rollen nicht bekommen, wegen meines Thurgauer Dialekts.»

«Meine Heimat ist die Bodenseeregion»

Siegfried wohnt mittlerweile in der Region Wil. «So habe ich nicht so weit, um nach Zürich zu fahren. Meine Heimat ist aber die Bodenseeregion.» Dass er rasch ausziehen und alleine wohnen würde, hätte er selbst nicht gedacht, sagt Siegfried. Seither sei er reifer geworden. «Zeit für mich alleine zu haben, hat mir sehr geholfen. Ausserdem bin ich nicht mehr so ein Chaot wie zuvor.» Vor einem Jahr bezeichnete ihn ein Regisseur in einem Interview als «ein bisschen vorlaut und manchmal ein wenig selbstverliebt». «Das war schon so», gibt der 18-Jährige zu. «Mittlerweile bin ich jedoch deutlich ruhiger geworden und habe auch nicht mehr das Gefühl, ohne eine gute Vorbereitung am Set erscheinen zu können.»

Dass er irgendwann sein Glück in den USA versuchen wird, steht für Siegfried fest. «Ich muss es einfach probieren. Das schulde ich mir selbst und allen, die mich unterstützen», sagt er. Siegfried ist überzeugt, dass man alles erreichen kann im Leben. «Dafür muss man aber immer dranbleiben und alles geben, was man kann.»

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