Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

HORN: Ärger über Badeverbot am Bodensee

Das Badeverbot am Seeufer sorgt in Horn für Unmut. Gemeindeschreiber Andreas Hirzel kann die Kritik nicht verstehen. Für das Verbot gebe es schliesslich einen triftigen Grund.
Lisa Wickart
Das Baden am Horner Seeufer ist verboten. Die Regel wird nicht von allen eingehalten. (Bild: Lisa Wickart)

Das Baden am Horner Seeufer ist verboten. Die Regel wird nicht von allen eingehalten. (Bild: Lisa Wickart)

Lisa Wickart

lisa.wickart

@tagblatt.ch

«Schwimmen verboten», sagt das Schild am Horner Seeufer unmissverständlich aus. Daneben liegen zwei Frauen im Bikini auf dem Badetuch und sonnen die nasse Haut. Ein Mann schwimmt gelassen seine Runden. Sein Hund planscht freudig durchs Wasser. «Ich kann nicht verstehen, wieso man hier nicht baden darf», sagt eine ältere Hornerin. In den Nachbarorten sei das freie Baden kein Problem. Wieso hier? Sie ist nicht die Einzige, die sich über das Verbot aufregt: Das Badeverbot in Horn sorgt für Unmut unter einigen Einwohnern.

Gemeindeschreiber Andreas Hirzel kann die Aufregung nicht verstehen: «Es hat nichts damit zu tun, dass wir den Einwohnern das freie Baden nicht gönnen wollen.» Es gebe einen guten Grund für die Regel: Den Naturschutz. Bereits in den 1990er- Jahren sei das Seeufer im Rahmen eines Renaturierungsprojektes aufgeschüttet worden. Eine Voraussetzung zur Realisierung dieses Projekts sei das Schaffen von Ruhezonen für Vögel und Fische sowie die Wiederherstellung von Laichgebieten gewesen. Laut Hirzel basiert dies auf einer Vereinbarung zwischen Kanton, Gemeinde und Naturschutz. Seit der Renaturierung ist das freie Schwimmen am Horner Seeufer verboten. Bräteln ist nur an offiziellen Grillstellen erlaubt. Es herrscht ein Fahrverbot für Mofas und Roller sowie die Regel, Hunde anzuleinen. Nur so könnten die Ziele der Renaturierung erreicht werden. Trotzdem gibt es einige Schwimmer, welche die Vorschrift nicht einhalten. «Leider wird gerade diesem Naturschutz zu wenig Beachtung geschenkt und das Badeverbot als Einschränkung der persönlichen Freiheit empfunden», sagt Hirzel. Niemand werde durch die Regel so eingeschränkt, dass es nicht mehr vertretbar wäre.

Baden an Festplatzwiese zu gefährlich

Auch am Ufer der Festplatzwiese ist das Baden nicht erlaubt. Die Wiese neben der Horner Badi gehört jedoch nicht zum Ruhe- gebiet der Tiere. «Hier gibt es keinen richtigen Zugang zum Wasser», sagt Hirzel. Die Ausrutschgefahr auf den Felsen sei zu gross. Zudem sei das Areal unbeaufsichtigt. Die Verbotstafeln stünden schon seit vielen Jahren am Seeufer. «Es ist mir ein Rätsel, weshalb das Verbot und die Tafeln immer noch so starke Emotionen verursachen», sagt Hirzel. Jeder sei eingeladen sich am Horner Seeufer aufzuhalten. «Das Ufer lockt mit Bänken, einem schönen Veloweg oder dem Beachvolleyballfeld», sagt er. Nur das Baden sollten die Bürger hier unterlassen. Dafür sei die Badi da: Alle Einwohner erhielten schliesslich ein kostenloses Jahresabonnement für die Horner Badi.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.