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HOLZSCHLAG: Käfer und Pilze befallen Bäume

Kranke Bäume gefährden Strassen und Bauten der Stadt. Deshalb fällen die Revierförster die von Pilz befallenen Exemplare, bevor sie unkontrolliert umkippen. Der Holzschlag bereitet nicht nur Freude.
Christoph Renn
"Wir fällen keine Bäume aus reinem Vergnügen", sagen die St.Galler Förster. Hier einer bei der Arbeit oberhalb vom Kloster Notkersegg. (Bild: Michel Canonica)

"Wir fällen keine Bäume aus reinem Vergnügen", sagen die St.Galler Förster. Hier einer bei der Arbeit oberhalb vom Kloster Notkersegg. (Bild: Michel Canonica)

«Wieso fällen Sie meinen Lieblingsbaum?» Mit dieser Frage werden die St.Galler Förster oft konfrontiert. «Menschen verbinden mit Bäumen oft Emotionen», sagt Revierförster Walter Bicker. Meistens geben sie sich mit den Erklärungen der Experten zufrieden. Denn eines versichert Bicker: «Wir fällen keine Bäume aus reinem Vergnügen.» Mit einem Holzschlag werde die Verjüngung eingeleitet, andere Bäume seien krank oder stellten eine Sicherheitsgefahr dar. So wie die rund 50 Bäume, die ab Samstag an der Rechenwaldstrasse weichen müssen, um die Autofahrer vor umkippenden Exemplaren zu schützen.

Die Borkenkäfer sind wieder auf dem Vormarsch

Die Sicherheitsbeurteilung entlang von Infrastrukturen ist eine der wichtigsten Aufgaben der Revierförster. So haben sie mit dem Strasseninspektorat neuralgische Punkte untersucht und Orte bestimmt, an denen Bäume zum Schutz der Bevölkerung gefällt werden müssen. Oft sind es Eschen, die vor allem für Strassen, aber auch bei Bauten eine Gefahr darstellen. Denn viele von ihnen sind von einer Pilzkrankheit befallen.

«Dieser Pilz stammt aus dem asiatischen Raum», sagt Regionalförster Raphael Lüchinger. Sei der Befall zu stark, werde auch der Stamm angegriffen. «Dann können die Bäume aus dem Nichts umkippen. Eine Einschätzung des Zustandes der Bäume ist aber sehr schwierig.» Solange die Bäume keine Gefahr darstellen, werden sie trotz Pilzbefall stehen gelassen. Denn: «Die Esche ist mit dem Ahorn nach der Buche die zweitwichtigste Laubbaumart in der Ostschweiz», sagt Lüchinger.

Neben den Sicherheitsholzschlägen sind die Förster mit der Normalnutzung der rund 1400 Hektaren Wald, die im Besitz der Stadt, Privaten und zu einem grossen Teil der Ortsbürgergemeinde ist. «Ziel der Normalnutzung ist, die Wälder nachhaltig zu nutzen», erklärt Lüchinger. Alte Bäume müssen jüngeren Platz machen.

In der Holzsaison 2017/2018, die etwa von Oktober bis Ende März dauert, gab es jedoch ein Ereignis, das die Förster stark beschäftigt: Der Wintersturm Burglind hat in den Wäldern erheblichen Schaden angerichtet. Viele Bäume sind umgeknickt. «Wir mussten die geplanten Holznutzungen einstellen und uns um die Aufräumarbeiten kümmern», sagt Walter Bicker. Dies bedeutete Wanderwege freizulegen und die Sicherheit in den Wäldern wieder zu gewährleisten.

Zudem mussten die Förster herumliegende Fichten aus den Wäldern schaffen. Denn es lauert bereits die nächste Gefahr: «Der Borkenkäfer ist wieder auf dem Vormarsch.» Und für ihn seien die toten Bäume die perfekte Lebensgrundlage. «Noch hat die Borkenkäfer-Population aber keine dramatische Grösse erreicht», sagt Bicker.

Das erste Waldreservat steht in den Startlöchern

Ende März stellen die Revierförster den Holzschlag ein. «Holzereiarbeiten führt man mit Vorteil in der Saftruhe im Winter aus. Zudem bauen dann die Vögel ihre Nester», sagt Bicker. Langweilig werde es ihnen aber nicht. Bald beginne die Vorbereitung der kommenden Holzsaison. Dazu gehört auch die Planung des ersten St. Galler Waldreservats im Gebiet Wattbach. «Momentan laufen die Gespräche mit den verschiedenen Waldbesitzern.»

St. Galler Revierförster fällen einen Baum oberhalb des Klosters Notkersegg. (Bild: Michel Canonica)

St. Galler Revierförster fällen einen Baum oberhalb des Klosters Notkersegg. (Bild: Michel Canonica)

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