Holz statt Papier

GOSSAU. Der Abstimmungskampf ist lanciert. Statt Plakate stellten Mitglieder des Initiativkomitees «7 statt 5 – Ja zur Aufstockung des Stadtrats» mannshohe, hölzerne Sieben in der Stadt auf.

Corinne Allenspach
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Plazierten gestern farbige Sieben an Ortseingängen und Strassen: Von links Claudia Martin, Markus Rosenberger, Gallus Hälg und Ernst Ziegler. (Bild: Ralph Ribi)

Plazierten gestern farbige Sieben an Ortseingängen und Strassen: Von links Claudia Martin, Markus Rosenberger, Gallus Hälg und Ernst Ziegler. (Bild: Ralph Ribi)

GOSSAU. Gestern Freitag, kurz nach halb fünf an der Mooswiesstrasse. Mitglieder der SVP Gossau-Arnegg rammen Holzpfähle in die Wiese und nageln eine grosse, farbige Sieben daran. «Ein bisschen höher», kommentiert SVP-Fraktionspräsidentin Claudia Martin. Nach ihrer Kandidatur 2008 für den Kantonsrat und 2011 für den Nationalrat habe sie jetzt Übung im Plakateaufhängen, sagt sie und lacht.

«Meinungen sind gemacht»

Im Kofferraum des Lieferwagens warten aber keine Plakate, sondern weitere hölzerne Sieben, von einem Gossauer Schreiner gemacht, auf ihren Auftritt. Sie wurden gestern im Laufe des Abends an den Ortseingängen und verschiedenen Strassen prominent plaziert. Mit dieser Aktion startete die SVP offiziell den Abstimmungskampf, nachdem die Initiative «7 statt 5 – Ja zur Aufstockung des Stadtrats», über welche die Bevölkerung am 27. November abstimmt, in Gossau bisher kaum öffentlich diskutiert wurde. «Bei vielen sind die Meinungen vielleicht schon gemacht», sagt Claudia Martin. Nichtsdestotrotz sei das Initiativkomitee überzeugt, mit der Aktion noch etwas bewegen zu können. Dass man etwas spät dran sei, glaubt Martin nicht. «Es liegen noch drei Wochenenden zwischen dem Abstimmungstermin.»

Flyer folgen noch

Die Botschaft der mannshohen Sieben sei klar: «Die Gossauer Exekutive soll aus sieben Mitgliedern bestehen.» Die verschiedenen Farben symbolisiere die Parteienvielfalt und das Bekenntnis zum Milizsystem. «Menschen mit unterschiedlichem beruflichem Rucksack bilden und gestalten den Staat», sagt Claudia Martin. «Unsere Politik profitiert vom professionellen, breiten Know-how, welches sieben Stadträtinnen und Stadträte mitbringen.» In den nächsten Tagen werde das Initiativkomitee zudem Flyer in die Briefkästen verteilen, auf welchen «die entscheidenden Gründe für ein Ja» aufgeführt seien.

Mit ihrem Wunsch, den Stadtrat um zwei Mitglieder aufzustocken, steht die SVP in Gossau parteipolitisch alleine da. Sowohl FDP, CVP, SP, Flig, Stadtrat und Stadtparlament haben sich gegen die Initiative ausgesprochen. Unterstützung erhält die SVP vom Volk. 975 Gossauer Stimmberechtigte haben die Initiative unterschrieben. Das Initiativkomitee will das Gesamtpensum des Stadtrats – aktuell 360 Stellenprozente – nicht erhöhen, aber auf mehrere Mitglieder verteilen. Abgesehen vom vollamtlichen Stadt- und Schulratspäsidenten ergäbe das rund 30 Stellenprozent für die fünf nebenamtlichen Mitglieder. Was eindeutig zu wenig sei, um eine Verwaltungsabteilung zu führen, wie der Stadtrat argumentiert.

Bild: CORINNE ALLENSPACH

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