Hollywood erreicht Rorschach

Ein «Walk of Fame» wie im amerikanischen Los Angeles ziert nun das Erscheinungsbild des Berufs- und Weiterbildungszentrums in Rorschach. Der Landschaftsgärtner Benjamin Tanner hat für seine praktische Lehrabschlussarbeit mit Note 5,8 den ersten Stern erhalten.

Rebecca Meier
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Der erste Stern für Benjamin Tanner ziert seit Donnerstag das Schulgelände des BZR Rorschach. (Bild: Rebecca Meier)

Der erste Stern für Benjamin Tanner ziert seit Donnerstag das Schulgelände des BZR Rorschach. (Bild: Rebecca Meier)

RORSCHACH. Tosender Applaus. Der Star des Abends. Ein mit Messing verzierter Granitstern. Fast wie im amerikanischen Hollywood, wo Stars wie Cameron Diaz und Arnold Schwarzenegger über den roten Teppich schreiten. Auch Landschaftsgärtner Benjamin Tanner gehört nun zum illustren Kreis jener, die einen Stern auf einem «Walk of Fame» besitzen.

Als Ehrung seiner praktischen Abschlussarbeit mit der Note 5,8 erhielt er den ersten Stern des Berufs- und Weiterbildungszentrums Rorschach-Rheintal – in den Boden eingelassen hat er ihn am Donnerstag selbst.

Erinnerungen an eine Reise

Der seit Donnerstag das Schulbild prägende Stern ist gemäss Fachlehrer und Projektleiter Daniel Dünner eine Anerkennung für Höchstleistungen, die während dreier Jahre erbracht worden sind. «Ich habe mir lange überlegt, wie ich den Lehrlingen etwas <zlieb mache> und ihnen eine Ehre erweisen könnte». Die Erinnerungen an seine vor Jahren gemachte Reise nach Los Angeles brachte die zündende Idee. Zusammen mit Sponsoren aus der Region wurde der Stern – auf dem Abschlussjahr, Name des Lernenden und der Lehrfirma aufgebracht sind – entwickelt. Der «Walk of Fame» soll, wie Dünner sagt, «ein bisschen Glamour in die Welt dieser harten Kerle bringen».

Vier Kriterien, ein Sieger

Eine zusätzliche Tafel am Wegrand erwähnt Sponsoren und Auswahlkriterien des Sterngewinners. Vier verschiedene Kriterien treten in Kraft, wenn zwei Lehrlinge die gleiche Abschlussnote erreichen – was in diesem Jahr der Fall war. Doch dank seiner 5,8 in der praktischen Arbeit, die höher gestellt ist als die Gesamtnote, erhielt Benjamin Tanner den Stern. Die beste Gesamtnote, eine 5,5, teilt er sich mit Jonas Strack. Der Stern soll als Ansporn für die aktuellen Lernenden gelten, auch wenn in einer Klasse laut Daniel Dünner bereits jetzt klar sei: «Da chömer vergesse, dass öpert vo üsere Klass en Stern bechunnt.»

Ein Highlight sondergleichen

Vom Stern erfahren hat Benjamin Tanner erst an der Abschlussfeier im Seeparksaal Arbon, als es plötzlich hiess: «Wir haben für den Besten noch eine Überraschung.» Sowohl für Tanner als auch für seinen Lehrmeister Martin Steger sei der Moment ein Highlight gewesen und noch immer grossartig. «Ich finde es schön, dass meine Leistung in einer solchen Form geehrt wird», sagt Benjamin Tanner sichtlich stolz.