Hohe Töne aus dem Osten

«Die drei slawischen Töne» vermochten an ihrem Konzertabend in der Kirche St. Kolumban mit Klassikern aus dem Osten restlos zu überzeugen.

Theodor Looser
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RORSCHACH. Sie nennen sich die drei slawischen Tenöre – die stimmgewaltigen, populären Sänger aus Bulgarien und Weissrussland. Das sind Grigoriy Polishchuk aus Minsk sowie Konstantin Yankov und Lubomir Diakovski aus Sofia. Am Dienstagabend trat das Trio in der Kirche St. Kolumban in Rorschach zu einem Liederabend auf.

Das Repertoire der Slawen reichte von spanischen Volksliedern bis zu russischen Ohrwürmern, von italienischen Opernarien und leichteren Operetten bis zu temperamentvollen italienischen Chansonetten. Am Elektropiano wurden sie von Rossitsa Diakovska begleitet, die Konzertveranstalterin Valerie Houdjakov aus Wien wirkte als Moderatorin.

Solo, Duett und Terzett

Nicht nur das umfangreiche und niveauvolle Programm, sondern vor allem die drei Sänger aus dem Osten hätten eine mit reichlich mehr Zuhörern gefüllte Kirche verdient. Denn was an diesem Konzertabend geboten wurde, war nicht nur unterhaltend, sondern auch hohe Gesangskunst. Teils solo, teils im Duett oder im Terzett, zeigten Polishchuk, Yankov und Diakovski mit ihren Stimmen und ihrer Mimik, was das slawische Musikantentum und die östliche Gesangstradition einem Publikum zu geben vermag.

Intensiver russischer Block

Der Konzertabend in Rorschach begann mit dem spanischen Volkslied «Cielito lindo», zu Deutsch «strahlender Himmel». Das Trio sang dies kunstvoll und mit grossem Engagement. Auch in den darauffolgenden Titeln, darunter ein «Ave Maria» von Pedro Mascani, konnten die Zuhörer nebst der makellosen Intonation die Liebe der Männer zur Musik und zum Gesang erleben. Besonders im russischen Programmblock gelang es den Sängern, die allesamt Solisten des weltberühmten Chors «Bolschoi Don Kosaken» sind, ihre Gesangskünste zu präsentieren. Dies in schon abertausend Male gesungenen Volksliedern wie «Einsames Glöcklein» oder «Der lange Weg». Eine weitere Spezialität des Konzertes waren die Opernarien von Giacomo Puccini und Giuseppe Verdi. Musikalischer Höhepunkt dürfte das gemeinsam gesungene Lied «La donna e mobile» gewesen sein. Der zweite Teil des Konzertabends gehörte der leichteren Kost, vorwiegend aus der Welt der Operette und populären Schlagern. Bei «Dein ist mein ganzes Herz» und dem «Wolgalied» aus der deutschen Operette «Zarewitsch» konnten die Herren auch die letzten Zuhörer in der Kirche überzeugen.

Zweimal «Goodbye»

Das Engagement der Künstler mochte immer wieder zu beeindrucken. Auch liessen sie mit Klassikern der Operette und der italienischen Chansonetten keine Langeweile aufkommen. Beim letzten Lied – das dafür passende «Time to say goodbye» – verlangte das Publikum Zugabe. Und die Herren aus dem Osten liessen sich das nicht zweimal sagen.