Hohe Bereitschaft, brisante Fragen

Sie haben sich den Kopf zerbrochen, in die Tasten gegriffen und zu politischen Themen Stellung bezogen: 11 Kandidatinnen und 22 Kandidaten fürs Stadtparlament haben in den letzten Wochen an dieser Stelle an der Wahlstafette teilgenommen.

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Sie haben sich den Kopf zerbrochen, in die Tasten gegriffen und zu politischen Themen Stellung bezogen: 11 Kandidatinnen und 22 Kandidaten fürs Stadtparlament haben in den letzten Wochen an dieser Stelle an der Wahlstafette teilgenommen. Grundsätzlich eine einfache Sache: Ein Kandidat beantwortet die Frage seines Vorgängers und stellt wiederum eine Frage an den nächsten Kandidaten.

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Nicht ganz einfach hingegen waren teilweise die Fragen, mit welchen die Kandidaten konfrontiert wurden. Ob A1-Ausbau, Asylwesen oder Schulpolitik – es kamen oft aktuelle und hochbrisante Themen zur Sprache, die auch gestandene Politiker in Argumentationsnot gebracht hätten. Ein komplexes, aber sehr beliebtes Thema, zu dem meist bürgerliche Teilnehmer Stellung nehmen mussten: Die Nutzung des öffentlichen Raums und die damit verbundenen Sicherheitsaspekte. Rund ein Viertel der Fragen drehte sich um Themen wie Krawalle bei Fussballspielen, Alkohol in Bussen und Wegweisungen im öffentlichen Raum. Ebenfalls populär: Der Verkehr in all seinen Formen– öffentlich, privat oder langsam. Platz drei der Themenrangliste belegte die Schul- und Familienpolitik.

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Wie schon bei den Kantonsratswahlen im Frühling war auch dieses Mal die Bereitschaft hoch, die eigene Position in der Wahlstafette darzulegen. Eine Kandidatin der Jungen Grünen schrieb ihre Antwort gar in den Ferien in London. Aussagen wie die einer EVP-Politikerin, dass sie «grundsätzlich bei solchen Sachen nicht mitmache» blieben zum Glück die absolute Ausnahme. Wenn, dann mussten Kandidaten aufgrund anderer – meist beruflicher – Verpflichtungen dankend ablehnen. Man würde gern, könne aber nicht, war dann am Telefon zu hören. Verständnis dafür war den Verhinderten gewiss – schliesslich sind sie keine Berufspolitiker sondern kandidieren für ein Milizparlament. Nur: Wer die Chance ungenutzt lässt, sich einem breiten Publikum zu präsentieren, den bestraft am Ende möglicherweise das Wahlvolk. Tobias Hänni