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HOFLADEN: Auch im Hofladen mit Etikett

Äpfel, Kartoffeln und Konfitüre direkt ab Hof zu kaufen, liegt im Trend. Das Amt für Verbraucherschutz hat dazu Vorschriften zusammengestellt. Bei Bauern in der Region kommt das gut an.
Jolanda Riedener
Der Hofladen von Claudia Germann zieht rund um die Uhr Kunden an. (Bild: Jolanda Riedener)

Der Hofladen von Claudia Germann zieht rund um die Uhr Kunden an. (Bild: Jolanda Riedener)

Holunderblütensirup, Apfelchips sowie die Erdbeer- und Himbeerkonfi sind die Renner im Hofladen der Familie Germann. An der Untereggerstrasse in Goldach gehören diese Produkte sowie eine grosse Auswahl an saisonalem Gemüse und Früchten zum Sortiment. «Meine Schwiegermutter hat vor vielen Jahren ganz klein angefangen», sagt Claudia Germann, die den Landwirtschaftsbetrieb zusammen mit ihrem Mann vor drei Jahren übernommen hat. Am Anfang waren es Äpfel, ein paar Eier und im Sommer Kirschen, die Germanns angeboten hatten. Ihr Sortiment haben sie laufend erweitert: «Regionale Produkte sind im Kommen», sagt Claudia Germann. Den Trend «zurück zur Natur» stellt auch das kantonale Amt für Verbraucherschutz fest und hat spezifische Kennzeichnungsvorschriften für Lebensmittel im Verkauf ab Hof veröffentlicht.

«Ich finde die Richtlinien und Kontrollen gut. Die Regeln sollen für uns ebenso wie für andere Lebensmittelgeschäfte gelten», sagt Germann. Den korrekten Umgang sowie die Deklaration von Lebensmitteln hat die 30-Jährige im Fach Direktvermarktung an der Bäuerinnenschule gelernt. Auf sämtlichen Produkten sind Inhaltsstoffe und Ablaufdatum vermerkt. Wenn die Familie Germann Früchte oder Gemüse von Bauern aus der Region zukauft, deklariert sie den Herkunftsort. Auf einer Tafel über den Eiern steht das Legedatum geschrieben und ist für die Kunden im 24 Stunden geöffneten Laden sichtbar.

Bestimmungen sind weitgehend unbekannt

Die aktualisierte Zusammenstellung zu Regelungen bei Verkäufen ab Hof soll den Landwirtschaftsbetrieben laut Klaus Luczynski, stellvertretender St. Galler Kantonschemiker, als Hilfestellung dienen. Erfahrungsgemäss seien die gesetzlichen Auflagen und Bestimmungen sowohl bei Produzenten als auch bei den Konsumenten weitgehend unbekannt, heisst es in der Zusammenstellung des Kantons. «Die Deklarationsbestimmungen gelten grundsätzlich für vorverpackte Waren, die in Abwesenheit des Kunden abgepackt wurden», sagt Luczynski. So gebe es beispielsweise beim Verkauf ab Feld, wo Kunden ihr Gemüse selber pflücken, keine Deklarationspflicht.

Stutzig auf dem Infoblatt des Kantons macht das Kapitel zur Konfitüre: Sowohl Konfitüre als auch das aus Fruchtsaft hergestellte Gelées müssen mindestens zur Hälfte aus Zucker bestehen, um der Bezeichnung gerecht zu werden. «Rechtlich gibt es zwischen den Bezeichnungen Unterschiede», sagt Luczynski. Weisen die Produkte einen Gesamtzuckergehalt von unter 50 Prozent auf, handelt es sich um einen Fruchtaufstrich. Für den Konsumenten sei die Unterscheidung sinnvoll. Weniger Zucker und mehr Frucht sei zwar gesünder, aber auch anfälliger: «Der Zucker macht das Produkt besser haltbar», sagt Luczynski. Gemäss Gesetz müssen alle Inhaltsstoffe sowie der Gesamtzuckergehalt, der sich aus dem Fruchtzucker und dem beigefügten Zucker zusammensetzt, aufgelistet werden. Gemessen wird der Zuckergehalt mit dem Refraktometer. Ein Hinweis, wie viel Gramm Früchte zur Herstellung von 100 Gramm Konfitüre verwendet wurden, gehört auch aufs Etikett.

Inhalt wird angegeben, Zusammensetzung nicht

Claudia Germann hat bisher auf die Messung mit dem Refraktometer verzichtet: «Unser Lebensmittelkontrolleur hat die Bezeichnung so akzeptiert.» Ausserdem führt die Bäuerin über ihre Produktion Buch und notiert die L-Nummern von Geliermittel und Zucker, welche die Produkte beim Grossverteiler zurückverfolgen lassen.

In Rorschacherberg verkauft Yvonne Frommenwiler ab Hof: Obst, Eier und Konfitüre – auf dem Glas sind die Inhaltsstoffe vermerkt. «Die Deklaration der Inhaltsstoffe bedeutet für uns keinen Mehraufwand.» Falls die Kunden weitere Fragen zum Produkt haben, geben sie vor Ort Auskunft. Auch Silvia Hürlimann aus Goldach befürwortet die Regeln und Richtlinien in diesem Zusammenhang. Da sie nur Obst und Eier verkauft, ist ihr Betrieb davon weniger betroffen.

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