Hoffen auf die fünfte Generation

Seit 125 Jahren und vier Generationen baut die Familie Bärlocher im Staader Kreienwald Rorschacher Sandstein ab. Es besteht berechtigte Hoffnung, dass die fünfte Generation ein weiteres Kapitel in der Firmengeschichte schreiben wird.

Gisela Tobler
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Philosophieren regelmässig über die Zukunft des Steinbruchs: Hans-Jakob Bärlocher und Sohn Christian. (Bild: Gisela Tobler)

Philosophieren regelmässig über die Zukunft des Steinbruchs: Hans-Jakob Bärlocher und Sohn Christian. (Bild: Gisela Tobler)

STAAD. Mit 260 geladenen Gästen wurde am Freitag das 125jährige Bestehen der Bärlocher Steinbruch und Steinhauerei AG gefeiert. Auf dem Programm stand neben der Betriebsbesichtigung vor allem gemütliches Beisammensein im Festzelt auf dem Betriebsareal. Unterhalten wurden die Gäste von Louis de Saint Gall, der die Firmengeschichte in Form einer humorvollen Schnitzelbank erzählte – in breitem Baslerdeutsch.

Noch nichts entschieden

Im vorletzten Jahrhundert begann Felix Bärlocher, mit Ross und Wagen die ersten Steinblöcke vom Kreienwald zum See hinunter zu transportieren. Sohn und Enkel, beide mit Namen Jakob, taten es ihm gleich, und auch Urenkel Hans-Jakob, der heutige Steinbruch-Leiter, trat in die Fussstapfen seiner Vorfahren. Zur grossen Freude der anwesenden Gäste liess Hans-Jakob Bärlocher in seiner Begrüssung durchblicken, dass er mit seinem Sohn Christian, der nach seiner Steinmetzlehre in Chur Architektur studiert hat und nun in Rapperswil eine Weiterbildung auf Masterstufe absolviert, bereits regelmässig über die Zukunft des Steinbruchs und der Firma philosophiere. Aber entschieden sei noch gar nichts, betonen beide ausdrücklich.

Alles tiptop

Die Festrede hielt Regierungsrat Benedikt Würth, der zum Rorschacher Sandstein eine besondere Beziehung hat. Einerseits arbeitet sein Bruder Dominik als Geschäftsleiter der Fiorini AG, die 1995 von der Bärlocher AG übernommen wurde. Anderseits ziehe sich das Sandgestein als verbindende Achse bis zu seinem Wohnort Rapperswil-Jona. Und nicht zuletzt gehöre die Bärlocher AG zu den zwei Prozent der 36 000 St. Galler Firmen, die mindestens 50 Mitarbeiter beschäftigen. Die Abbaubewilligung sei ja nun vom Kanton vorderhand bis 2035 bewilligt worden. Für eine weitere Verlängerung werde er dann wohl nicht mehr zuständig sein. Aber die Erfolgsaussichten seien intakt, verriet Würth augenzwinkernd. Er habe sich eigens in allen Departements nach Ungereimtheiten erkundigt. Alle Amtsleiter hätten betätigt: Mit dem Steinbruch Bärlocher ist alles tiptop.

Zwei Standorte

In den vergangenen 30 Jahren hat sich die Bärlocher Steinbruch und Steinhauerei AG von einem reinen Abbaubetrieb in ein stark diversifiziertes Unternehmen mit zwei Standorten entwickelt. Die im Natursteinhandel und Verarbeitung tätige Tochterfirma Fiorini AG mit Sitz in St. Gallen beliefert vor allem Garten- und Strassenbauer mit Material aus der Schweiz, Italien, China und der Türkei. 2005 hat die Fiorini AG mit zwei Partnern einen Steinbruch am San-Bernardino-Pass eröffnet. Sowohl die Bärlocher AG als auch die Fiorini AG sind seit 1997 ISO- 9001-zertifiziert. Der Steinbruch ist nicht Eigentum der Firma Bärlocher, sondern der Ortsgemeinde Thal. Es bestehen Pachtverträge, die parallel mit den Abbaubewilligungen des Kantons laufen. Vorhanden sind rund 350 000 Kubikmeter Werkstein. Die Gebäude und Einrichtungen hingegen gehören der Firma. «Unser wichtigstes Gut ist die langfristige Abbaubewilligung», sagt Hans-Jakob Bärlocher.

Renommierte Bauten

Rorschacher Sandstein aus dem Kreienwald wurde schon für viele renommierte Bauten verwendet, unter anderem für die Parkanlage der Uni Irchel in Zürich, die Platzgestaltung der DGB Bank Hannover, den Potsdamerplatz in Berlin. Involviert war die Bärlocher AG ausserdem bei Bodenbelägen auf dem Säntis, im Airside-Center am Flughafen Zürich, beim Gemeindehaus Mörschwil und im Pfalzkeller St. Gallen, bei Renovationen der Kathedrale St. Gallen, der Kirche Rorschach und des Schulhauses Goldach.