Höher als Hochstämmer

Gestrichene Zugshalte, die ärgern. Geplante Freileitungsmasten, die Sorgen bereiten. Eine Küche, die in der Scheune am Dorfplatz realisiert wird. In Arnegg gibt es vieles, über das diskutiert wird.

Marianne Bargagna
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Überragend: 32 Meter hoch würden die Freileitungsmasten in der Landschaft stehen, wie hier auf der Anhöhe Albertschwil. Am linken Bildrand ist der Silo der Erlenmühle zu erkennen. (Bild: Visualisierung: pd)

Überragend: 32 Meter hoch würden die Freileitungsmasten in der Landschaft stehen, wie hier auf der Anhöhe Albertschwil. Am linken Bildrand ist der Silo der Erlenmühle zu erkennen. (Bild: Visualisierung: pd)

arnegg. «Unser Dorf ist nur ein kleines Pünktchen auf der Erde. Aber der Einsatz für dieses Dorf lohnt sich.» Davon ist Markus Giger, Präsident des Verwaltungsrates der Dorfkorporation Arnegg, überzeugt. Und mit ihm weitere Arnegger. Zum Beispiel jene 650, welche die Petition unterschrieben haben, mit welcher unter anderem die Stadt Gossau aufgefordert wird, mit dem Kanton über optimale Zugsverbindungen für Arnegg zu verhandeln (Ausgabe vom 25. Februar).

Optimierung im Busverkehr

Auf den Fahrplanwechsel im Dezember 2010 wurden sechs Zugshalte gestrichen, unter anderem jene um 7.08 Uhr nach St. Gallen und um 17.48 Uhr von St. Gallen. Sehr zum Ärger vieler Arnegger, vor allem von Pendlern. Dies kam auch an der Korporationsversammlung vom Montag wieder zum Ausdruck. «Halt, stop, wir wollen nicht aufs Abstellgleis», sagte Giger und überreichte dem Gossauer Stadtpräsidenten Alex Brühwiler die 650 Unterschriften.

Ein kleines Trostpflästerchen brachte Bruno Huber, Leiter der Regiobus. Er informierte die Arnegger über Optimierungen im Busverkehr. Damit der Zug um 7.14 Uhr in Gossau erreicht werden könne, werde der Linienbus 159 in Andwil nicht mehr erst ab 7.00, sondern bereits um 6.57 Uhr starten. In Arnegg fährt er also nicht mehr erst um 7.03, sondern bereits um 7.00 Uhr. Dies könnte nach Aussage von Huber noch vor dem Juni passieren. Und die zweite gute Nachricht: Die Regiobus hat grössere Busse bestellt und wird einen davon ab August auf der Arnegger Strecke einsetzen.

In der Luft oder im Boden?

Sorgen bereiten den Arneggern auch die geplanten Freileitungen, die durch das Naherholungsgebiet rund um die Arnegger Witi führen sollen (Ausgabe vom 31. Januar). Beat Lehmann, Leiter Gossauer Stadtwerke, erklärte, dass im Gebiet Obstgarten ein zweites Unterwerk entstehen soll, da das bestehende in Zukunft die Versorgungssicherheit nicht mehr zu garantieren vermöge. Das neue Unterwerk muss aber ans Verteilnetz angeschlossen werden. Dies soll über Freileitungen, die über 32 Meter hohe Masten geführt werden, geschehen. Lehmann zeigte Visualisierungen. Da waren Masten zwischen Hochstammbäumen zu sehen oder am Waldesrand. Dass diese Bilder nicht überall eitel Freude auslösen, sei verständlich. Lehmann sagte, dass die Variante, die Leitungen als Kabel in den Boden zu verlegen, noch nicht ganz vom Tisch sei. Alex Brühwiler doppelte nach: «Wir bleiben dran.»

Mittel- und kurzfristig

Dran bleiben die Behörden auch in Sachen Schulweg Chrüzwies Andwil-Arnegg. Gegen das Projekt seien etwa 30 Einsprachen eingegangen. Im April sollen laut Brühwiler die Verhandlungen stattfinden. Zur Strassenraumgestaltung der Bischofszellerstrasse sagte er, dass dies ein mittelfristiges Projekt sei. Kurzfristig soll aber die kleine Küche in der Scheune beim Dorfplatz realisiert werden, «noch vor den Sommerferien», sagte Alex Brühwiler.