Hockeyschule der andern Art

Drei NLA-Spieler der ZSC Lions besuchen die Eishockeyschule Stadtbären St. Gallen. Sie sind beeindruckt vom Engagement von Gründer Remo Waser und dessen Trainercrew.

Thomas Werner
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Rekord-Nationalspieler Mathias Seger trainiert seine möglichen Nachfolger in der Eishockeyschule Stadtbären St. Gallen. (Bild: Hanspeter Schiess)

Rekord-Nationalspieler Mathias Seger trainiert seine möglichen Nachfolger in der Eishockeyschule Stadtbären St. Gallen. (Bild: Hanspeter Schiess)

Eishockey. Am Abend zuvor zeichneten sie noch für den 3:2-Siegestreffer der ZSC Lions gegen Fribourg verantwortlich: Pass Patrick Schommer, Tor Patrick Geering. Jetzt stehen sie zusammen mit Teamkollege Mathias Seger in der Lerchenfeld-Halle auf dem Eis und haben sichtlich Spass beim Training mit über 50 Kindern der Eishockeyschule Stadtbären St. Gallen.

«Das ist eine einzigartige Sache hier», zeigt sich Seger beeindruckt. Der Rekord-Nationalspieler hat schon einige Eishockeyschulen besucht, aber auch für ihn ist St. Gallen eine neue Erfahrung. Für Gründer Remo Waser steht nicht eine frühzeitige Talentsichtung an erster Stelle. Der ehemalige Nationalligaspieler will möglichst viele Kinder fürs Eishockey begeistern, will Eltern und Lehrern aufzeigen, dass dieser Sport entscheidend zur Persönlichkeitsentwicklung und zur Verbesserung der koordinativen Fähigkeiten beitragen kann.

Nur mit fähigen Trainern

Der Aufwand, der in der Eishockeyschule der Stadtbären betrieben wird, ist enorm. Neben den drei ZSC-Cracks stehen an diesem Nachmittag nicht weniger als neun Trainer auf dem Eis. Nicht eine Beschäftigungstherapie, sondern das Lernen steht im Vordergrund. «Wir brauchen Trainer, die etwas können, welche die Kinder auch einmal mit einem läuferischen oder technischen Trick verblüffen können», sagt Waser. Keiner wird einfach sich selber überlassen, jeder wird betreut.

Deshalb können in der Eishockeyschule auch Kinder, die bereits in einem Club spielen, in den hochstehenden Trainings ihre Grundtechniken verfeinern.

Die hohe Zahl an Trainern bietet Garantie dafür, dass wirklich jeder mitmachen kann. Auch handicapierte Kinder finden ihren Platz. Integration steht für Waser und seine Crew denn auch an erster Stelle.

Ein Vorteil im Eishockey ist nicht zuletzt die Tatsache, dass auf dem Glatteis die Hierarchien vom Pausen- oder Spielplatz oft kurzerhand über den Haufen geworfen werden.

Die Trainer der Eishockeyschule sollen aber nicht nur sportliche Vorbilder sein. Auch Pünktlichkeit und Disziplin wird bei den Stadtbären grossgeschrieben. «Das Schöne am Mannschaftssport ist, dass du hier Disziplin in einem Spiel lernen kannst», sagt Seger dazu mit einem Schmunzeln.

Nachwuchsabteilung im Aufbau

Natürlich soll im Sport auch gesunder Ehrgeiz seinen Platz finden. «Es darf den Kindern ruhig vermittelt werden, gewinnen zu wollen», so Seger. Er hätte auch sagen können, verlieren zu lernen. Wer Gelerntes im Wettkampf bestätigen will, kann in einem der Nachwuchsteams des HC Eisbären – bis Stufe Mini – mitmachen. Bis zur Saison 2014/15 will man eine komplette Nachwuchsabteilung aufbauen, mit Teams auf allen Stufen. Mitmachen ist jederzeit möglich, Informationen findet man im Internet auf www.eishockeyschule.ch.

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