Hochburg der Aktionen

Anlässlich der Eröffnung des Lernarrangements «Markt – Märkte» des Regionalen Didaktischen Zentrums Rorschach referierten Matthias Steinhauer und Matthias Kündig über die Situation des Detailhandels in der Grenzregion.

Ramona Riedener
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Bild: Rudolf Hirtl oceandesign@bluewin

Bild: Rudolf Hirtl oceandesign@bluewin

RORSCHACH. Wo liegen die Herausforderungen für Detailhändler in Grenzregionen? Über diese Frage referierten am Mittwoch Matthias Kündig von der Chäslaube Kündig Rorschach und Matthias Steinhauer, Leiter Verkaufsgruppe Supermarkt Migros Ostschweiz, im Stella Maris. Organisator ist das Regionale Didaktische Zentrum der Pädagogischen Hochschule Rorschach im Rahmen des Lernarrangements «Markt – Märkte».

Laufende Marktentwicklung

Im Jahr 1925 gründete Gottlieb Duttweiler die Migros mit den ersten fünf Verkaufswagen mit sechs Artikeln des täglichen Bedarfs. Zur gleichen Zeit war Grossvater Gottlieb Kündig mit dem Ochsengespann in Tübach unterwegs und versorgte seine Kundschaft mit Frischmilch und Eiern. Seit dieser Zeit hat sich der Detailhandel stetig entwickelt. Im Zentrum dieser Evolution stehen die wandelnden Bedürfnisse der Konsumentinnen und Konsumenten. Versorgten sich die Konsumenten früher mit lebensnotwendigen Gütern, bestimmen heute ein grosses Warenangebot, Qualität, aber auch Öffnungszeiten, Kundenbindung sowie Einkaufserlebnis das Kaufverhalten.

Das richtige Angebot

Das Überleben im Detailhandel hängt grundsätzlich vom Umsatz ab. Migros, Coop, Aldi, Lidl, Denner und viele mehr wetteifern um ihre Kundschaft. Ob Supermarkt oder Fachgeschäft, wer auf die Dauer zu wenig Einnahmen erwirtschaftet, kann das Geschäft schliessen. Laut Matthias Steinhauer spielen verschiedene marktwirtschaftliche Strategien eine Rolle, dass der Umsatz einer Migros-Filiale stimmt. So müsse am richtigen Ort die richtige Ware plaziert und präsentiert werden. «Die Filiale an der Zürcher Goldküste hat ein anderes Warenangebot als jene an der Promenadenstrasse in Rorschach», er-klärt er.

Auch für Matthias Kündig ist es wichtig, das Angebot laufend den Kundenbedürfnissen anzupassen. In seiner Chäslaube hat er 1992 das Sortiment mit verschiedenen Delikatessen, einer Bio-Abteilung und rund 300 Käsesorten aus aller Welt ausgebaut. «Die Kunden wollen hohe Qualität und Fachberatung. Dafür bezahlen sie einen höheren Preis.» Die Chäslaube ist über die Landesgrenzen bekannt. «Es freut uns, wenn Kunden aus dem Ausland bei uns einkaufen», sagt Kündig, der das Geschäft in dritter Generation führt. «Wir haben das gleiche Business wie die Supermärkte. Wir versuchen Kunden an uns zu binden.»

Mit Herzblut verkaufen

Während Preisangebote und Aktionen in Supermärkten nicht wegzudenken sind, scheiterte Matthias Kündig in den 90er-Jahren kläglich am Versuch, eine Salatsauce günstiger als im Denner anzubieten. «Wir haben keine einzige verkauft», sagt er. Obwohl «der Schweizer Detailhandel die Hochburg der Aktionen ist. Gewisse Produktegruppen laufen nur in Aktionen. Oder wer kauft ein Waschmittel, das nicht Aktion war?», fragt Matthias Steinhauer. «Dann haben Sie etwas falsch gemacht.» Mit Herzblut ihre Produkte auf den Markt bringen, die Kundschaft an sich binden und nicht vor der Konkurrenz aus dem Konzept bringen lassen. So lautet das Erfolgsrezept – ob für ein Fachgeschäfte oder für den Grossverteiler.

Grossverteiler oder Fachgeschäft: Wer wirtschaftet besser? (Bilder: Rudolf Hirtl)

Grossverteiler oder Fachgeschäft: Wer wirtschaftet besser? (Bilder: Rudolf Hirtl)

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