Hits aus der Quetschkommode

Das zahlreiche Publikum belohnte das Jahreskonzert des Akkordeon-Orchesters Rorschach im Stadthofsaal mit begeistertem Applaus. Zu hören bekam es ein Programm von uriger Volksmusik bis hin zu modernen Hits.

Peter Beerli
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RORSCHACH. «Bei dieser Musik wird mir wohl ums Herz», verriet Rorschachs Stadtpräsident Thomas Müller, als am Sonntag die Schwyzerörgelifründe ihre Melodien erklingen liessen. So wie ihm, dürfte es denn auch den meisten Zuhörenden des umfassenden Jahreskonzertes des Akkordeon-Orchesters gegangen sein.

Werke Ruedi Wachters

Eine grosse Schar junger und älterer Musikantinnen und Musikanten, viele davon in Tracht, bereiteten mit dem Ländler «Bös cool», der Polka «Uf de Velotour», beide übrigens Kompositionen von Ruedi Wachter, und einem Waadtländer Hochzeitsmarsch grosse Freude. Mitten unter ihnen wirkten Ruedi und Heidi Wachter selbst, die in den vergangenen drei Jahrzehnten das Akkordeon und damit auch das Schwyzerörgeli als wesentlichen Bestandteil der Musik weit über die Region Rorschach hinaus wieder haben gross werden lassen.

Zwar ist das Jugend-Akkordeon-Ensemble der Musikschule Rorschach/Goldach, was die Quantität betrifft, nicht mehr so gross wie in den besten Zeiten der Jugendmusikschulen. Doch die Jüngsten, die immer wieder auch öffentlich auftreten, zeigten am Sonntagnachmittag in drei ausgewählten Werken, dass sie wissen, dass es schon in ihrer Gruppe auf den Einsatz jedes einzelnen ihrer Gruppe ankommt und sie sich auch an dieses Wissen halten.

Wie «vorzüglich» tönt

Dem Akkordeon-Orchester Rorschach selbst gehörte dann die ganze zweite Hälfte des Nachmittags, eine ganze Stunde allerfeinster Musik. Gleich zu Beginn erklärten Nadja Eberle und Stefan Grab, die das Konzert sicher moderierten, das Orchester sei für George de Godzinskys Ouverture über zwei finnische Themen am Akkordeon-Musikfest in Winterthur mit der Note «vorzüglich» belohnt worden.

Auch als Sänger überzeugend

Mit vorzüglicher Musik ging es weiter: Sowohl in Dolly Partons «I Will Always Love You», bei einem Tango und all den Werken, die folgten, bewiesen die Akkordeonisten und ihr Leiter Ruedi Wachter ihr hohes Können. Beim auf einen italienischen Schlager zurückführenden Hit «Mamma» trat Vereinspräsident Sergio Zulian als kompetenter Sänger auf, Stefan Grab tat es ihm in Michael Bubles «Save the Last Dance for me» gleich und Bruno Scheiwiller trug mit seinem Miniörgeli dazu bei, dass das Jahreskonzert bis zum Abschluss ein Erlebnis blieb.

Wohl niemand hat während der zwei Stunden Musik je gelangweilt auf die Uhr geschaut. Viele freuen sich schon aufs nächste Jahr. Das dreissigste Jahreskonzert wird mit besonderen Angeboten verbunden sein.

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