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Historiker leitet die St.Galler SP

Am Montagabend haben die St.Galler SP-Delegierten den 65jährigen Kantonsrat Max Lemmenmeier zum neuen Kantonalparteipräsidenten gewählt. Im Interview nennt der Stadtsanktgaller Historiker seine Beweggründe und Ziele als neuer SP-Chef.
Max Lemmenmeier an der St. Galler Falkenburgstrasse, wo er aufgewachsen ist. (Bild: Benjamin Manser)

Max Lemmenmeier an der St. Galler Falkenburgstrasse, wo er aufgewachsen ist. (Bild: Benjamin Manser)

ST.GALLEN. Die SP Kanton St.Gallen hat am Montagabend einen neuen Präsidenten erhalten: Max Lemmenmeier. Der 65jährige Historiker und langjährige Deutsch- und Geschichtslehrer sass für die SP von 1997 bis 2006 im St.Galler Stadtparlament und ist seit 2006 Kantonsrat. Lemmenmeier tritt die Nachfolge von Monika Simmler an, die 2012 als damals 22-Jährige das Parteipräsidium übernahm und diesen Frühling zurücktrat. Damit ist das SP-Präsidium erstmals seit 2001 nicht mehr in Frauenhand: Vor Simmler waren es Hildegard Fässler und Claudia Friedli, die die Kantonalpartei leiteten.

Lemmenmeier sei die beste Wahl in einer Zeit, da FDP und SVP gemeinsam die absolute Mehrheit im St.Galler Kantonsrat innehaben und die Bereitschaft zu Kompromissen schwinde, meint die SP. Der St.Galler Historiker stehe für den sozialen Ausgleich ein und könne die kantonale Politik überblicken und in grössere politische und historische Zusammenhänge setzen.

Im Interview mit unserer Zeitung betont Max Lemmenmeier, dass die SP unter seiner Führung wieder vermehrt den direkten Kontakt zu den Wählerinnen und Wählern suchen müsse – besonders auch in ländlichen Gebieten. «Es muss uns verstärkt gelingen, zu vermitteln, dass nur eine solidarische Politik die Zukunftsfragen zu lösen vermag», sagt Lemmenmeier – und dies entgegen der «allgemeinen Abschottungstendenzen» und der «ständigen Produktion von Sündenböcken».

Der Historiker, der den ersten St.Galler SP-Präsidenten Johannes Huber und den amerikanischen New-Deal-Präsidenten Franklin D. Roosevelt als Vorbilder nennt, wurde schon in Jugendjahren politisiert – der Vater war Gewerkschaftssekretär – und arbeitete in den 1970er-Jahren als Student an der Universität Zürich am Buch «Schweizerische Arbeiterbewegung» mit. Mit Blick auf die bürgerlichen Mehrheiten in der St.Galler Politik meint er optimistisch: «Linke Anliegen sind gesellschaftlich notwendig. Auch bürgerliche Politiker müssen unsere Anliegen – wenn sie vernünftig sind – aufnehmen. Die Ökologisierung der Wirtschaft ist zentral, ebenso wichtig ist sozialer Ausgleich. Gesellschaften zerbrechen an der Uneinsichtigkeit ihrer Oberschichten, nicht an revolutionären Kämpfen.» (hrt/mel)

Mehr zum Thema in der gedruckten Ausgabe und im E-Paper vom 6. September.

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