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HILTIBOLD: Frauenmund an der Goliathgasse

In einer Nische zwischen Magnihalden und Goliathgasse ist derzeit ein Werk der St. Galler Künstlerin Manon zu sehen. Die Kunstmauer Hiltibold ist gut gebucht.
Verheissung hinter Glas: Manons Werk «Lippen» leuchtet den Passanten in der Goliathgasse entgegen. (Bild: Roger Berhalter)

Verheissung hinter Glas: Manons Werk «Lippen» leuchtet den Passanten in der Goliathgasse entgegen. (Bild: Roger Berhalter)

Hiltibold, das war einmal ein Gefährte von Mönch Gallus. Hiltibold heisst auch das aktuelle Kunstprojekt der zwei St. Gallerinnen Anita Zimmermann und Marianne Rinderknecht. Zwei verglaste Nischen in der Mauer zwischen Magnihalden und Goliathgasse dienen als Minigalerie, als öffentlich einsehbare Plattform für Kunst aus der Region. «Es gibt in der Ostschweiz einen grossen Fundus an guten und ausgezeichneten Künstlerinnen und Künstlern», sagt Zimmermann. Für diese Künstler sei Hiltibold da. Seit Anfang Jahr bespielen Zimmermann und Rinderknecht die Kunstmauer im 3-Wochen-Rhythmus.

Lippen und ein Traumgebilde

Für die aktuellen drei Wochen konnten die beiden eine der renommiertesten Künstlerinnen der Stadt gewinnen. Manon hat eine Nische mit schwarzem Stoff ausgekleidet und ihre «Lippen» aus dem Jahr 2014 davorgehängt. Schon einmal, vor drei Jahren, war das Werk in St. Gallen zu sehen, in der Galerie Roellin. Jetzt leuchtet der geschminkte Frauenmund in der Goliathgasse wie eine Verheissung für alle Passanten, gleichzeitig aber auch künstlich und grell.

Die zweite Vitrine gehört der Künstlerin Karin K. Bühler aus Trogen. «Dreams, Forms and ­Other Figures» heisst ihre Installation. Es ist ein fragiles Traumgebilde aus Papier und Alu. Wäre nicht das stützende Glas, es würde einstürzen wie ein Kartenhaus. «I have a dream» steht in vielen Sprachen geschrieben.

An der Vernissage von Manons und Bühlers Vitrine zeigt sich ganz deutlich, was bei Hiltibold anders ist als bei anderen Ausstellungen. Statt Cüpli im Warmen gibts Gewürzpunsch unter freiem Himmel; mit Mützen und Schals trotzt die städtische Kunstszene der Kälte, vis-à-vis befindet sich der «Katharinenhof» für die Randständigen und der «Orange Kebab» für die Hungrigen. Genau so niederschwellig stellen sich Anita Zimmermann und Marianne Rinderknecht ihren Kunstort auch vor. Manon ist aus Zürich ebenfalls gekommen, mischt sich mit Pelzmütze und Sonnenbrille unter die Vernissagegäste und nutzt die Gelegenheit, um mit ihren St. Galler Künstlerkollegen zu plaudern.

Schon über 30 Kunstschaffende

Noch bis zum 12. Dezember sind die Werke von Manon und Karin K. Bühler zu sehen, danach folgt bereits der nächste Wechsel. Schon 30 Künstler waren in der Mauer zu Gast, seit es Hiltibold gibt. Auch das nächste Jahr ist schon jetzt fast ausgebucht. (rbe)

www.hiltibold.ch

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