Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

HILFSPROJEKT: Sie röntgen in Ostafrika

Der Goldacher Zahnarzt Walter Gnädinger und seine Frau Madeleine haben eine Zahnklinik in Ostafrika ausgebaut. Nun ist eine neue Röntgenanlage in Betrieb. Walter Gnädinger berichtet aus dem Süden Tansanias.
Der Röntgentechniker Paul Jordi instruiert die Klosterfrauen in der Zahnklinik des St.-Benedict’s-Spitals in Ndanda. (Bild: ZVG)

Der Röntgentechniker Paul Jordi instruiert die Klosterfrauen in der Zahnklinik des St.-Benedict’s-Spitals in Ndanda. (Bild: ZVG)

Seit der Praxisübergabe vor bald zwölf Jahren arbeiten die Goldacher Walter und Madeleine Gnädinger ein bis zweimal jährlich einige Wochen bis Monate in der Zahnklinik des St. Benedict’s Spitals in Ndanda im Süden von Tansania. Mit der Unterstützung vieler Sponsoren, der Gemeinde und Pfarrei Goldach, des Rotary Clubs Rorschach-Arbon, Firmen und Privatpersonen liess sich der anfänglich «erbärmliche Zustand» der Zahnklinik ausbauen. Jedes Mal geht es mit Spannung auf die Reise nach Ostafrika. «Als wir Mitte Mai in Zürich nach Daressalam abheben, ist die Vorfreude besonders gross», schreibt Walter Gnädinger in einem Bericht. «Weil wir wissen, dass die fabrikneue digitale Röntgenanlage bereits vor Ort ist.» Eine Woche später wird der Inhaber der Röntgentech Firma Jordi nachfolgen, um die Anlage zu installieren. «Vor Arbeitsbeginn geniessen wir eine Wildpark Safari. Ein eindrückliches Naturerlebnis.»

Am 24. Mai, abends, gilt es wieder ernst. Gnädingers nehmen am Julius Nyerere Airport Paul Jordi und einen Zahnarztkollegen aus Stans in Empfang. Zusammen werden sie durch den gespensterhaften Nachtverkehr zum Zentrum der Benediktiner Missionare in die Stadt gefahren. Am folgenden Morgen geht’s mit einem einheimischen Fahrer zu sechst und mit etwa 200 Kilogramm Gepäck im Kleinbus der Abtei auf dem Landweg nach Ndanda. Bauleute der Abtei haben der Klinik einen zusätzlichen Raum angegliedert. Alles wurde strahlenschutzkonform erstellt und der Eingangstür wird innert weniger Stunden die mitgebrachte Bleifolie eingebaut. Paul Jordi kontrolliert die Luftfracht auf Transportschäden. Schon am zweiten Tag steht die Anlage. Die Apparaturen müssen mit dem Computer in Verbindung gebracht werden und nach dem Wochenende können die ersten Orthopantomogramme und Einzelzahnröntgen erstellt werden. «Für uns überraschend, erscheinen am selben Nachmittag in Begleitung des Chefarzts zwei Strahlenschutzbeamte des Staates, um die Anlage zu prüfen. So soll es sein.» Messungen werden im Einvernehmen mit dem Schweizer Röntgentechniker vorgenommen. Das Ergebnis: alles in Ordnung. Am Morgen des vierten Arbeitstags folgen Ärzte und die Angestellten der Röntgen­abteilung der Einladung zur In­struktion durch Paul Jordi.

Die einzige Röntgenanlage im Süden des Landes

Die Röntgenanlage gehört bereits zum Alltag in der Zahnklinik und erleichtert täglich Diagnose und Therapie. Die einheimische, talentierte Zahnärztin und Klosterfrau Schwester Gemma beherrscht die Anwendung. Sie ist stolz, eine solch moderne Anlage benutzen zu können – die einzige im ganzen Süden des Landes Tansanias, das 25-mal so gross ist wie die Schweiz.Im Hinblick darauf dass im November ein einheimischer Zahnarzt und früherer Mitarbeiter der Klinik nach fünfjähriger Weiterbildung an der Universität Daressalam zum Spezialisten für Kieferchirurgie in die Zahnklinik Ndanda zurückkehren wird, haben Gnädingers auch eine chirurgische Bohrmaschine in Betrieb genommen. Die Feuerprobe hat das Gerät anlässlich einer schwierigen Weisheitszahnoperation bestanden. Die fundierte Weiterbildung des einheimischen Zahnarzts wurde etwa durch Unterstützung der Stiftung des Rotary Clubs Rorschach-Arbon ermöglicht. Die Freude über den erfolgreichen Studienabschluss des dreifachen Familienvaters ist gross.

Wenn die Zahnklinik Ndanda heute für die Verhältnisse hierzulande ein respektables Niveau erreicht hat, ist das als ein Gemeinschaftswerk einer Grosszahl von Mitwirkenden und Sponsoren zu verdanken. «Das ist einfach unglaublich toll und spornt uns, solange es die Kräfte erlauben, zu weiteren Einsätzen an. Und das einheimische Team zum Erhalt des Erreichten», schreibt Walter Gnädinger. «Zum Wohl der in bescheidenen Verhältnissen lebenden Bevölkerung.» (wg/lim)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.