Hilfe zur Selbsthilfe

Vor zwei Jahren war die Basketball-Abteilung des TSV St. Otmar am Boden. In der Folge erfuhr sie eine Rundumerneuerung, die nun Früchte trägt. Der Club stellt bereits wieder neun Teams.

Patricia Loher
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Die U17-Mädchen des TSV St. Otmar im Training: Sie sollen die Basketball-Abteilung dereinst stützen. (Bild: Ralph Ribi)

Die U17-Mädchen des TSV St. Otmar im Training: Sie sollen die Basketball-Abteilung dereinst stützen. (Bild: Ralph Ribi)

Basketball. Um die Basketball-Abteilung des TSV St. Otmar ist es ruhig geworden, nachdem sie letztmals vor zwei Jahren wegen Differenzen in den Schlagzeilen war. Es waren im Sommer 2008 schwierige Tage, und Olivier Schmid, der im Vorstand das Ressort Kommunikation innehat, möchte nicht mehr viel Worte darüber verlieren: Wie es war, als die neue und sehr junge Vereinsleitung plötzlich zur Zielscheibe harscher Kritik wurde.

Sie konnte den damaligen Teams der Männer und Frauen die Teilnahme an der Meisterschaft aus finanziellen Gründen nicht garantieren, worauf nahezu sämtliche Spieler und Spielerinnen dieser Equipen den Verein verliessen. Die Basketball-Abteilung des Traditionsvereins war am Boden.

Dabei hatte sie sich zumindest in der Stadt einen guten Ruf erarbeitet und stellte Teams sowohl in der 1. als auch in der 2. Liga. Doch es folgten Differenzen, die sich in einer Randsportart doppelt schwerwiegend auswirken.

«Wir haben praktisch neu begonnen», sagt Schmid heute. Einige Vereinsmitglieder halfen mit, die Nische zu verteidigen, obwohl der Atem zwischenzeitlich auszugehen drohte. Die Basketball-Abteilung erfuhr dank dieser wenigen Enthusiasten eine grundlegende Neustrukturierung, mit einem neuen Vorstand, neuen Trainern, neuen Zielsetzungen. Es war eine Rundumerneuerung.

Ein grosses Potenzial

Der Club ist in der Region noch immer der führende Basketballverein. Natürlich kommt hinzu, dass St. Otmar als eine Marke betrachtet werden kann. Dabei sind sich nicht mehr viele bewusst, dass der Gesamtverein neben Handball und Fussball auch Basketball anbietet, eine in der Deutschschweiz noch immer um Akzeptanz kämpfende Sportart. Schmid ist überzeugt: «Das Potenzial für einen Basketballverein in der Region ist gross.»

Die Bemühungen tragen schon erste Früchte. Im Vergleich mit früheren Jahren stellt der Club bereits heute wieder deutlich mehr Teams: Waren es im Sommer 2008 nach dem Rückzug der Frauen und Männer nur noch vier Equipen, sind es nun bereits neun Teams, sieben davon im Nachwuchs. Wie alle Vereine kämpft auch St. Otmar mit der geringen Bereitschaft zur ehrenamtlichen Arbeit. Der St. Galler Club schreibt sich diesbezüglich die Hilfe zur Selbsthilfe auf die Fahne.

Er bietet seinen Mitgliedern Kurse an, um sich als Trainer oder Schiedsrichter weiterzubilden, und organisiert interne Weiterbildungen für Trainer und Offizielle. Auch diese Anstrengungen wirken sich bereits aus: Verfügte St. Otmar noch vor zwei Jahren über lediglich drei Trainer, sind es heute bereits acht. Die Anzahl der Offiziellen wurde verdoppelt, Schiedsrichter stellt St. Otmar heute zwei; vor zwei Jahren waren es noch null.

Stützen sollen heranwachsen

Die Basis allerdings ist noch immer zu wenig breit. «Wir sind sowohl sportlich als auch administrativ von wenigen Schlüsselpersonen abhängig», so Schmid. «Wenn sie sich zurückziehen, riskieren wir einen Rückschlag. Sie können nicht einfach ersetzt werden. So fehlt es an Kontinuität.» Noch ist das Pflänzchen am Gedeihen. Es ist darauf angewiesen, von einigen wenigen gegossen zu werden, um weiter zu wachsen. Doch die Verantwortlichen unternehmen alles, um Kinder und Jugendliche zu begeistern.

Es wird versucht, sie früh in die Verantwortung zu nehmen. Sie sollen zu Vereinsmitgliedern heranwachsen, welche die Basketball-Abteilung früher oder später stützen. Und sie wieder zu dem machen, was sie einst war.