Hilfe für Rurbanias Bauern

Mit der gestrigen Abschlussveranstaltung in der Olma-Halle ging die diesjährige Startwoche der HSG zu Ende. Mit einem überraschenden Sieger, der durch schauspielerisches Talent bestach.

Benjamin Schneider / Flavio Wirz
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Die Sieger der Gruppe CART, die den Bauern in Rurbania ein lokales landwirtschaftliches Dienstleistungszentrum zur Verfügung stellen würden. (Bild: Michel Canonica)

Die Sieger der Gruppe CART, die den Bauern in Rurbania ein lokales landwirtschaftliches Dienstleistungszentrum zur Verfügung stellen würden. (Bild: Michel Canonica)

Unter tosendem Applaus nimmt die Gruppe 40 gestern den Hauptpreis entgegen. Gewonnen hat das Team ein abwechslungsreiches Wochenende in Davos mit dem offenbar innovativsten Projekt, das im Rahmen der Startwoche der Universität St. Gallen ausgearbeitet wurde.

Nach einer Vorselektion erhielten zehn Gruppen Gelegenheit, das Endergebnis ihrer Arbeit in knapp drei Minuten vor über 1000 Studierenden in der Olma-Halle zu präsentieren. «Wir hatten Mühe, uns für einen Sieger zu entscheiden», sagt Juror und Deza-Direktor Martin Dahinden. Er spricht damit die «grosse Qualität» aller Präsentationen an. Am Ende schafften es drei Projekte in die Endauswahl. «Ausschlaggebend war letztlich, dass beim siegreichen Lösungsansatz die lokale Bevölkerung im Zentrum stand», so Dahinden in seiner Kurzlaudatio.

Herausfordernde Ausgangslage

Bei der von den Studenten bearbeiteten Fallstudie wurde nach Entwicklungsstrategien für das fiktive Land Rurbania gesucht. Die Mehrheit der dortigen Bevölkerung besteht aus selbstversorgenden Bauern. Da diese keinen ausreichenden Zugang zu Bildung haben, sind die Produktivität und damit auch der Umsatz ungenügend. Unter dem Namen «Center for Agricultural Ressources and Trade», kurz Cart, bietet das Siegerprojekt nun eine mögliche Lösung.

«Wir konnten uns anfänglich nicht auf eine Idee einigen. Als wir uns schliesslich entschieden hatten, standen jedoch alle hinter dem Projekt», beschreibt Kenan Smaili die Zusammenarbeit. Das vorgeschlagene Dienstleistungszentrum stehe den lokalen Bauern unterstützend zur Seite, sagt der 21-Jährige. Durch die Vermittlung von Wissen und den Verleih von Maschinen soll die Effizienz der landwirtschaftlichen Betriebe nachhaltig gesteigert werden.

Der Mensch im Mittelpunkt

«Unser Projekt setzt bei den Menschen und nicht bei der Technik an», erläutert Eva Notter die Strategie ihrer Gruppe. Neben der Informationsvermittlung helfe Cart den Bauern, die hergestellten Produkte zu verkaufen. Durch die spätere Vernetzung mehrerer Zentren werde der Wissensaustausch der verschiedenen Standorte ermöglicht. So könnten dann gar Marktanalysen durchgeführt werden, welche eine weitere Steigerung der Wirtschaftlichkeit ermöglichten, erklärt Eva Notter.

Innovativ war im Ermessen der Jury nicht nur die vorgestellte Entwicklungsstrategie, sondern auch deren Visualisierung: Als einzige der Finalisten wählte die siegreiche Gruppe hierfür ein Schauspiel, welches Cart aus Sicht eines einzelnen Bauern beschrieb. Tim Rohner sieht darin ein weiteres «Alleinstellungsmerkmal» seines Teams: «Durch die unkonventionelle Präsentation haben wir uns sicherlich abgehoben.» Womit er die Leistung der anderen Gruppen nicht schmälern wollte. Denn die langen Nächte hatten allen Frischlingen zugesetzt. Die Gruppe Cart habe aber genau die richtige Mischung zwischen Feiern und Fallstudie gefunden.