Heute könnte ein Wunder geschehen

Vorurteile nur schwer abbaubar Ausgabe vom 26. August 2015 Fahrenden droht erneute Abfuhr Ausgabe vom 28. August 2015

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Die Vorlage «Durchgangsplatz in Gossau für Fahrende» im Parlament angenommen. So könnte die Schlagzeile im St. Galler Tagblatt morgen heissen und somit den Lesern zeigen, das Gossau eine offene Gemeinde ist und keine Ängste vor Minderheiten hat.

Liebe Parlamentarierinnen, liebe Parlamentarier, lasst euch von den menschlichen Argumenten der Befürworter überzeugen und bleibt nicht bei den vorgefassten oder abgesprochenen Parolen oder hängt an Vorurteilen. Die Nutzer dieses Durchgangsplatzes sind Schweizer Bürger, die ihre Lebensform anders gewählt haben als wir sesshaften Bürger. Nicht Kriminelle, keine Randständigen, keine Ausgestossenen. Es sind Fahrende, das heisst, sie bleiben nicht für den Rest ihres Lebens auf diesem Platz. Sie bezahlen Standmieten, ebenso wird zu Beginn ihres Aufenthaltes von ihnen ein Depot verlangt. Sollten Schäden oder grössere Aufräumarbeiten am Schluss anfallen, wird dieses Depot zur Behebung solcher eingesetzt. Wo sonst haben wir dies im öffentlichen Raum bei Vandalismus, Sprayereien und so weiter?

Zum Argument, der Standort stehe im Widerspruch zum ausgearbeiteten künftigen Entwicklungskonzept Gossau/St. Gallen: Der Gossauer Stadtrat widerspricht dem klar, diese Abklärungen wurden getätigt. Die weiteren Gründe der vorberatenden Kommission zur Ablehnung der Vorlage sind lediglich Vermutungen, die aus Ängsten entstehen, dazu ist kein Grund.

Mögen sich die Parlamentarier für einen Akt der Menschlichkeit entscheiden, die Vorarbeiten wurden von langer Hand und seriös geplant. Ich und mit mir viele offene Bürger in Gossau hoffen auf ein kleines Wunder heute.

Trudi Weibel, Rehburgstrasse 14, 9200 Gossau

Klassischer Fall von Fremdenhass

Seit bald zehn Jahren wird im östlichsten Teil Gossaus, direkt angrenzend an die Stadt St. Gallen, um einen Durchgangsplatz für die Fahrenden gekämpft. Die Artikel im Tagblatt von vergangener Woche lassen nichts Gutes erahnen. Auf die faulen Argumente der Gegnerschaft gehe ich gar nicht ein.

Mein Urteil: Klassischer Fremdenhass. Und dies von angeblich christlichen Mitmenschen, inklusive Quartierverein Winkeln.

Josef Eigenmann, Lilienthalstrasse 1, 9015 St. Gallen