Heute abend gilt's ernst!

Heute muss sie also vor die Kanone, die Ehrenfödlebürgerin Nummer 39. So wird ihr mit einer Portion Konfetti der letzte Rest Födlebürgertum ausgetrieben. Wer die Mutige ist, weiss die Stadt noch nicht.

Merken
Drucken
Teilen
Föbine XXXIX.: Eine verträumte Aquarell-Liebhaberin? (Bild: Ralph Ribi)

Föbine XXXIX.: Eine verträumte Aquarell-Liebhaberin? (Bild: Ralph Ribi)

Heute muss sie also vor die Kanone, die Ehrenfödlebürgerin Nummer 39. So wird ihr mit einer Portion Konfetti der letzte Rest Födlebürgertum ausgetrieben. Wer die Mutige ist, weiss die Stadt noch nicht. Die Föbü-Gilde hat – für Kenner etwas überraschend – am Schmutzigen Donnerstag und gestern in der Lokremise auch zu sehr später Stunde dichtgehalten. So bleibt nichts anderes übrig, als den Rätseltext über die Neue von Mélanie XII. Knüsel-Rietmann und die dazugehörigen Bilder zu analysieren.

*

Nach Lektüre des Tagblatts vom 5. und 7. Februar ist klar, dass die Neue eine mit Ribelmais aufgezogene Frau ist – eine aus dem Chancental Richtung Österreich. Sie ist Liebhaberin des kühlen Nordens und nordischer Sagen. Die publizierten Bilder deuten auf eine hin, die mit Kreativität gesegnet ist. Und – das gehört zur Übungsanlage – sie muss Födle, also Courage, haben. Pipilotti Rist?!? Die hat ja 2012 tatsächlich Unterhosen in den Stadtpark gehängt und als Kunst verkauft. Oder im Auftrag einer Bank einen Platz rot angemalt und zur Stube erklärt.

*

Es ist wie ab und zu im guten Krimi: Das ist irgendwie viel zu einfach! Das passt zu schön zusammen, um wirklich wahr zu sein. Vor allem, wenn man daran denkt, wie die Föbüs und Föbinen in anderen Jahren die Identität ihrer jeweiligen Neuerwerbung kunstvoll vernebelt haben. Und da gibt's ja auch den Satz, dass sehr viele Städterinnen und Städter regelmässig mit der Föbine zu tun hätten…

Das Gerücht, es könnte sich bei ihr um eine der Parkbussen verteilenden Politessen der Stadtpolizei handeln, wird von Eingeweihten klar dementiert. Obwohl diese Frauen ja manchmal doch sehr kreativ sein müssen, um besonders hartnäckige Parksünder zu erwischen.

*

Pipilotti und Politessen: Sackgasse. Und eine Politikerin ist es gemäss Mélanie XII. auch nicht. Also nichts mit CVP-Neo-Stadträtin Patrizia Adam. Dafür, dass jemand, der so kein politisches Flair hat wie sie, sehr viel Födle brauche, sich in die Regierung wählen zu lassen. Wie ein – sehr bösartiger – Zeitgenosse in der Fasnachtsbeiz vermutete.

Also wer ist die neue Föbine? Wer nicht fasnächtlicher Geheimnisträger oder Hellseher ist, dem wird nichts anderes übrigbleiben, als heute Samstag, 20 Uhr, beim Vadian-Denkmal selber nachzuschauen, wer vor die Kanone muss. (vre)