Herz und Seele berührt

In der evangelischen Kirche fand auf Einladung der Rheintalischen Gesellschaft für Musik und Literatur ein Konzertabend mit Orgel und Bariton statt – ein tief berührendes Zusammenspiel.

Bea Sutter
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Die beiden Musiker beeindruckten die Zuhörerschaft mit einem erhebenden Konzert: Kaspar Wagner (links) mit seinem virtuosen Orgelspiel und Samuel Zünd mit seiner ausdrucksstarken Baritonstimme. (Bild: Bea Sutter)

Die beiden Musiker beeindruckten die Zuhörerschaft mit einem erhebenden Konzert: Kaspar Wagner (links) mit seinem virtuosen Orgelspiel und Samuel Zünd mit seiner ausdrucksstarken Baritonstimme. (Bild: Bea Sutter)

rheineck. Wie sich herausstellte war die evangelische Kirche von ihrer Akustik her der geeignete Ort für das aussergewöhnliche Konzert mit Orgelspiel und Baritonstimme. Erwartungsvoll blickten die Besucher zur Empore hinauf. Dort bereitete sich der in Thal aufgewachsene Organist Kaspar Wagner für den Auftakt des Konzertes vor. Beschwingt und mitreissend ertönte das heitere Scherzo op. 59 von Louis Vierne.

Religiöse Gesänge mit Tiefgang

Dann erfolgten tiefgehende Liederblöcke mit den sakralen Themen über den Tod, die Vergänglichkeit des irdischen Lebens und das Vertrauen auf den Schöpfer, der alle Menschen liebt. Diskret begleitete Kaspar Wagner den aus Oberriet stammenden Baritonisten Samuel Zünd an der Orgel. Kaum ein Atmen war zu hören; alle lauschten gebannt dem ergreifenden Gesang mit den tiefsinnigen Texten. Die Texte des ersten Teils stammen aus der Bibel und wurden untermalt mit hochromantischer Musik von Johannes Brahms (1833–1897). Es waren «Vier ernste Gesänge op 121». Die Musik des zweiten Liederblocks stammte von Josef Rheinberger (1839–1901). Die «Sechs religiösen Gesänge op. 157» sind ebenfalls in der Romantik anzusiedeln.

Die Musik zum letzten Liederblock wurde von Augustinus Franz Kropfreiter (1936–2003) geschrieben. Auch die atonalen Gesänge zogen die Zuhörenden in den Bann. Althochdeutsche Texte in ausdrucksstarkem Bariton gesungen, begleitet von zeitgenössischer Orgelmusik, eine Kombination, welche die Herzen des Publikums tief berührte. Obwohl Organist und Baritonist noch nie so miteinander musiziert hatten, war eine grosse Harmonie im Zusammenspiel zu spüren.

Virtuoses Orgelspiel

Als Kontrast hatten die Zwischenspiele von Organist Kaspar Wagner einen majestätischen Charakter. Die Fülle aller Töne und Register brachte die Kirche fast zum Beben. Harold Brittons Variationen über «I got rhythm» sowie Naji Hakims «Gerschwinesca» stammen aus der Moderne. Die Virtuosität, mit der Samuel Zünd diese Kompositionen interpretierte, war einfach genial.