Hervorragende St.Galler Weinernte

SALEZ. Ein ideales Rebjahr bringt im Kanton reichen Ertrag. Trauben von sehr hoher Qualität lassen kräftige und fruchtige Weine erwarten.

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Reife Blauburgunder-Trauben. (Bild: pd)

Reife Blauburgunder-Trauben. (Bild: pd)

«Die diesjährige Weinernte ist hervorragend ausgefallen», freut sich Markus Hardegger von der kantonalen Fachstelle für Weinbau. Nach der enttäuschenden Weinlese 2010, der kleinsten seit 25 Jahren, atmen die Winzer im idealen Rebjahr auf.

Ein ungewöhnlich warmer März führte zu einem frühen Austrieb der Knospen, Anfang April war ein «Vegetationsfortschritt» von rund zehn Tagen erreicht. Wegen milder Temperaturen kam es kaum zu Frostschäden. Die Hauptblütezeit fand schon in den letzten Maitagen statt – normalerweise blühen die Reben erst Mitte Juni. Ein schöner Spätsommer mit höheren Temperaturen liess die Trauben reifen, so dass die Weinlese sehr früh begann.

Spitzentrauben aus Walenstadt

Die ersten Trauben der Sorte Müller-Thurgau wurden am 3. September in Sevelen gelesen, die Hauptlese fand vom 12. bis 17. September statt. Die Winzer ernteten 195 875 Kilogramm Trauben mit im Durchschnitt sehr guten 79 Öchslegraden und keltern daraus 1567 Hektoliter Weisswein. Die Trauben aus Walenstadt erreichten mit 89 Öchslegraden den höchsten Wert. Pro Quadratmeter Anbaufläche wurden im Schnitt 751 Gramm Trauben gelesen – was etwa 5,5 Deziliter Wein ergibt.

Blauburgunder mit viel Öchsle

Die Blauburgunder-Trauben erreichten bei der Hauptlese von Ende September bis Mitte Oktober einen hervorragenden Öchslewert von 98. Die höchste Messung erzielten Trauben aus Mels mit 115 Graden, aber auch in Berneck, Sargans und Quarten wurden sehr gute 110 Öchslegrade gemessen. Die insgesamt 888 887 Kilogramm Trauben (das entspricht 641 Gramm pro Quadratmeter Weinberg) werden zu 6667 Hektolitern Wein gekeltert.

Die beiden Hauptsorten Müller-Thurgau und Blauburgunder erreichen einen Anteil von rund 85 Prozent. Die restlichen 15 Prozent verteilen sich auf 40 Spezialitäten-Sorten. Die ersten «Jungweindegustationen» lassen laut Markus Hardegger einen sehr schönen Jahrgang erwarten mit kräftigen und fruchtigen Weissweinen. Die Rotweine zeigten bereits jetzt sehr gute Farbwerte und weiche, ausgereifte Tannine. Aufgrund der optimalen Reife wird der Alkoholgehalt etwas höher sein als üblich. (miz)

www.stgaller-weine.ch