Heroindealer wird hart bestraft

Ein Serbe wurde mit 21 Kugeln Heroin erwischt. Vor dem Kreisgericht St. Gallen verweigerte er die Aussage. Das Gericht hat den Drogenhändler nun noch härter bestraft, als es die Anklage verlangt hatte.

Claudia Schmid
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Die Polizei kontrollierte den 40jährigen Serben am 8. November 2014 an der Oberstrasse. Er hielt sich als Kriminaltourist in St. Gallen auf und hatte 104 Gramm Heroingemisch bei sich. Da er aus der serbischen Stadt Nis stammt, nimmt die Staatsanwaltschaft an, dass er im Auftrag einer seit langem bekannten Drogenbande eingereist war.

Heroin im Wald gefunden

Der Beschuldigte habe bei der Einvernahme erzählt, die 21 Kugeln Heroin im Wald gefunden und für den Eigenkonsum behalten zu haben, erklärte die Staatsanwältin an der Verhandlung am Kreisgericht St. Gallen. Da aber weder in seinem Blut noch im Urin Spuren der Droge festgestellt worden seien, gehe sie davon aus, dass er das Heroin zum Verkauf an Süchtige mit sich getragen habe. Später habe sich der Mann in Schweigen gehüllt. Die Staatsanwältin forderte eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 14 Monaten, wobei ein halbes Jahr zu vollziehen sei.

Keine Fragen beantwortet

In der Befragung verwies der Serbe immer wieder auf das Recht, die Aussage zu verweigern. Der Vorsitzende Richter hielt ihm zunächst vor, dass er in seiner Heimat mehrfach vorbestraft sei. Er hatte sich wegen Raubs, Diebstahls, Drogendelikten und illegalen Waffenbesitzes verantworten müssen. Dazu habe er nichts zu sagen, erklärte der Beschuldigte. Auch auf die Fragen, wann er in die Schweiz eingereist sei, ob die Vorwürfe gegen ihn gerechtfertigt seien und wie er seine Zukunft sehe, wenn er in seine Heimat ausgeschafft werde, blieb er eine Antwort schuldig. Einzig als er auf die Arbeitssituation in Serbien angesprochen wurde, zögerte er kurz, wiederholte dann aber doch, er habe nichts zu sagen.

Auch seiner amtlichen Verteidigerin gegenüber hatte er jegliche Aussage verweigert. Sie könne deshalb zur Verteidigung ihres Mandanten nichts anfügen, betonte sie und beantragte, ihn im Sinne der Anklage zu verurteilen und zu bestrafen.

Dem Gericht Fragen gestellt

Im Schlusswort wollte der Beschuldigte vom Gericht mehrere Fragen beantwortet haben. So erkundigte er sich, ob er nun wegen Besitzes oder Verkaufs von Drogen verurteilt werde und ob man ihm konkret nachweisen könne, an wie vielen Tagen er Heroin verkauft habe. In der Schweiz gehe das höchste Gericht davon aus, dass man mit dem Besitz von mehr als 12 Gramm Heroin eine grosse Anzahl Personen gefährden könne, beschied ihm der Vorsitzende Richter. Es gehe nicht darum, dass man ihm den Verkauf der Drogen direkt nachweisen könne. Dass er die Kugeln auf sich getragen habe, reiche für eine Verurteilung aus.

Vorstrafen fallen ins Gewicht

Das Kreisgericht St. Gallen verurteilte den Mann wegen Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 16 Monaten. Damit ging es deutlich über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinaus. Das Richtergremium sei einstimmig zum Schluss gekommen, dass die Verwerflichkeit der Tat hoch sei, betonte der Vorsitzende Richter zum Urteil. Dies nicht zuletzt, weil er sich von einer professionell organisierten Bande habe anheuern lassen. Der Beschuldigte habe als Nichtsüchtiger aus rein finanziellen Gründen gehandelt und zudem keinerlei Reue und Einsicht gezeigt. Das Vorstrafenregister fiel beim Strafmass ebenfalls ins Gewicht.

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