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HERISAU: Der Olympia-Archivar

Um die 60000 Gegenstände zu den Olympischen Spielen zählt die Sammlung von Markus Osterwalder. Diese wächst stetig. Auch, weil der Gestaltungsexperte seit über 20 Jahren an die jeweiligen Austragungsorte reist.
Simon Roth
In einem Keller lagert Markus Osterwalders Sammlung. (Bild: Mareycke Frehner (16. August 2016))

In einem Keller lagert Markus Osterwalders Sammlung. (Bild: Mareycke Frehner (16. August 2016))

Simon Roth

redaktiongo@tagblatt.ch

Seit 1994 in Lillehammer hat Markus Osterwalder keine Eröffnung der Olympischen Spiele verpasst. So auch dieses Jahr nicht. Für den Herisauer war es bereits die 13. Durchführung, die er unmittelbar vor Ort miterlebte. Alles rund um den Anlass fasziniert den 53-Jährigen. Ein besonderes Augenmerk hat der gelernte Grafiker, der eine Agentur für visuelle Kommunikation führt, für das Design. Nächstes Jahr erscheint ein 1300-seitiges Werk über die Gestaltung der Olympischen Spiele im Laufe der Zeit. Osterwalder interessiert sich nicht nur für Schriftzüge, Logos und Maskottchen. Er sammelt gezielt, was für Ausstellungszwecke von historischer Bedeutung ist, oder sich für sein Buchprojekt eignet: Bücher, Offizielle Dokumentationen, Souvenirs, Eintrittskarten und vieles mehr. Gut 60000 Gegenstände umfasst seine Sammlung.

Vergangenen Freitag ist Osterwalder aus Südkorea zurückgekehrt. Im Gepäck: das offizielle Maskottchen Soohorang. «Zerbrechliche Waren transportiere ich im Koffer, leichtere Gegenstände und Plüschartikel in einer aufblasbaren Tasche.» Zurück in Herisau gilt es in der kommenden Zeit, die neuen Gegenstände zu erfassen und zu katalogisieren.

Von morgens bis abends unterwegs

An den Olympischen Spielen dabei zu sein, ist für Markus Osterwalder Freud und Leid zugleich. Sein Ziel ist es, jede Sportstätte anzuschauen und diese fotografisch zu dokumentieren. Ein dichter Terminplan. «Ich bin von morgens bis abends auf den Beinen», sagt Osterwalder. Er fotografiert und dokumentiert. Durch seine langjährige Erfahrung ist der Appenzeller zu einem gefragten Experten in Sachen Olympia geworden. Vor knapp zwei Jahren, an den Sommerspielen in Rio de Janeiro, wurde er zum Generalsekretär der Olympiahistoriker gewählt. Diese Aufgabe führt er ehrenamtlich aus. Er steht in regem Kontakt mit den gut 500 Mitgliedern und funktioniert als Bindeglied zwischen Verein und Interessierten.

Markus Osterwalder hat geschafft, wovon viele träumen. Er hat sein Hobby zum Beruf gemacht. «Mittlerweile kann ich gut davon leben.» Als Ein-Mann-Betrieb sichert er für seine Agentur Aufträge, die sich mit den Olympischen Spielen beschäftigen. So etwa ein Museumsprojekt des Internationalen Olympischen Komitees, bei dem er als Kurator tätig ist oder eben jenes 1300-seitige Buchprojekt. Eine klare Trennlinie zwischen Hobby und Beruf existiere nicht: «Ich bin rund um die Uhr beschäftigt.»

Bei Minustemperaturen auf den Bus warten

Seit knapp einer Woche ist Markus Osterwalder aus Südkorea zurückgekehrt. Die Eröffnungsfeier sei dieses Jahr besonders kalt gewesen. «Es herrschten Temperaturen von Minus 16 Grad und es blies ein kalter Wind.» Danach strömten 35000 Personen aus dem Stadion, das Transportsystem war überfordert. Zwei Stunden harrten sie in der Kälte aus. «Die Koreaner sind geduldig», sagt Osterwalder. Schlussendlich teilte er sich ein Taxi, um nach Hause zu kommen; es war bereits so spät, dass kein Zug mehr verkehrte.

Trotz der holprigen Eröffnung hatte Markus Osterwalder angenehme Tage. «Die Leute sprachen zwar kein Englisch, waren aber sehr freundlich», sagt Osterwalder. Einzig das Essen passte ihm nicht. «Zu viel Knoblauch», lautet sein Fazit.

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