HERISAU: Bushof weckt Hoffnungen

Im Einwohnerrat stösst das Vorhaben «Bahnhofplatz» auf breite Zustimmung. Zu reden geben unter anderem die Kosten. Für 1,3 Millionen Franken wird das Projekt bis 2018 ausgearbeitet.

Jesko Calderara
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So könnte einst der neugestaltete Bahnhofplatz in Herisau aussehen. Links das bestehende Bahnhofgebäude. (Bild: Visualisierung: PD)

So könnte einst der neugestaltete Bahnhofplatz in Herisau aussehen. Links das bestehende Bahnhofgebäude. (Bild: Visualisierung: PD)

Jesko Calderara

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Die geplante Neugestaltung des Bahnhofplatzes in Herisau hat eine weitere Hürde genommen. Der Einwohnerrat sprach sich kürzlich deutlich für einen Projektierungskredit von 1, 3 Millionen Franken aus. Es gab 27 Ja- und lediglich drei Nein-Stimmen. Das Vorhaben umfasst die Verlegung der Gleis- und Perronanlagen der Appenzeller Bahnen. Dadurch wird Platz geschaffen für den neuen, überdachten Bushof.

Gleichzeitig will der Kanton Appenzell Ausserrhoden den Bahnhofkreisel verlegen. «Der Bahnhof als ÖV-Tor zu Herisau und dem Appenzellerland soll zum zeitgemässen Start-, Ankunfts- und Umsteigeort werden», sagte Gemeinderat Max Eugster, Vorsteher des Ressorts Hochbau/Ortsplanung. Dies trage zur Attraktivitätssteigerung des gesamten Areals bei.

Alle Fraktionen betonten die Bedeutung des Vorhabens für Herisau. «Ob es allerdings ein Befreiungsschlag wird, muss sich erst zeigen», sagte Ralf Menet (SVP) als Präsident der Finanzkommission. Finanziell sei das Projekt tragbar. Dessen hohe Komplexität berge allerdings Risiken, sagte Menet.

Auf diesen Punkt wies auch der CVP/EVP-Sprecher Glen Aggeler hin. Die Nachhaltigkeit müsse gegeben sein. Aggeler regte zudem die Einstellung eines Projektleiters an, der sich um die Umsetzung kümmern soll. Peter Federer (SP) wiederum ging auf die heutige Situation ein. Von der einst offenen und lebhaften Struktur sei momentan nicht mehr viel übrig. Laut Federer ist eine funktionelle und ästhetische Aufwertung deshalb dringend notwendig. Der Bahnhof werde durch die Neugestaltung attraktiver, zeigte sich ebenfalls Monika Baumberger (FDP) überzeugt. Als kritische Punkte erwähnte Baumberger die Einhaltung des Kostendachs und des Terminplans. Die vorhandenen Ressourcen bei der Gemeinde genügten nicht.

Gegner kritisieren die hohen Kosten

Für Christian Oertle (SVP) hat das Bahnhofareal «grosses Potenzial». Das Investitionsvolumen der öffent­lichen Hand müsse allerdings in einem vernünftigen Rahmen bleiben. Gegen den Projektierungskredit sprach sich eine Minderheit der SVP-Fraktion aus. «Der Bahnhof Herisau verträgt ein Facelifting», sagte etwa Reto Sonderegger (SVP). Das vorliegende Projekt sei allerdings viel zu teuer und könne nur mit einer Erhöhung der Verschuldung bewältigt werden.

Für 37,8 Millionen Franken würden vorwiegend Tiefbauarbeiten und eine Überdachung erstellt, gab Reto Sonderegger zu bedenken. Erf fügt an: «Dieser Nutzen steht in einem schlechten Verhältnis zur Investitionssumme.» In diesem Zusammenhang erwähnte er den neuen Bushof in Gossau, welcher ingesamt 5,8 Millionen Franken kosten soll. Er wünsche sich für Herisau eine sanftere Neugestaltung des Bahnhofs mit tieferen Kosten, beispielsweise ohne Verschiebung der Gleisanlagen, sagte Sonderegger weiter.

Als Nächstes soll das Bauprojekt ausgearbeitet werden. Auf die Gemeinde kommen nach heutiger Schätzung Investitionen von 15 bis 17 Millionen Franken zu. Der Betrag ist vor allem abhängig von den Beiträgen des Bundes im Rahmen des Agglomerationsprogramms.