Herbstauktion mit Loire und Seine

Heute startet in der Galerie Widmer die Vorbesichtigung der Herbstauktion. In dieser werden 170 Werke namhafter Künstler versteigert. Darunter befinden sich auch zwei Flusslandschaften des Schweizer Malers Félix Vallotton.

Kathrin Reimann
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Ausschnitt aus Félix Vallottons Werk «Bord de Seine à Tournedos». (Bild: pd)

Ausschnitt aus Félix Vallottons Werk «Bord de Seine à Tournedos». (Bild: pd)

Félix Vallotton wurde 1865 in Lausanne geboren, später wanderte er nach Frankreich aus. Der Künstler war auch als Autor tätig und schuf weibliche Akte von irritierender Direktheit und Stillleben von eigenwilliger Härte. Zwei Flusslandschaften sind ab heute in der Galerie Widmer ausgestellt. Die beiden je auf 350 000 bis 500 000 Franken geschätzten Werke gelten als Höhepunkte der Auktion, die am 30. Oktober ab 14 Uhr in der Galerie Widmer stattfindet. Die Werke zeigen zum einen die Seine, zum anderen die Loire im typischen, surrealen Licht des Künstlers. Sie gehören für Fachleute zum Bedeutendsten in Vallottons Schaffen.

Viel deutsche Kunst

In der Herbstauktion kommen ebenfalls zwei Gemälde des Künstlers Adolf Dietrich unter den Hammer. Es handelt sich neben einer kleinformatigen Ansicht seines geliebten Untersees um sein Hauptwerk «Spiräe und Türkenbund», welches eines seiner berühmtesten Stillleben ist. Besonders erfreut ist man seitens der Galerie über eine grössere Anzahl Werke der deutschen Kunst: Neben dem Hauptvertreter des deutschen Biedermeier, Carl Spitzweg (1808–1885), von dem zwei Gemälde angeboten werden, sind Werke von Expressionisten wie Erich Heckel, Max Pechstein, Hans Thuar und Ernst Ludwig Kirchner zu haben. Otto Pienes (1928–2014) Hauptwerk aus dem Jahr 1962 stelle zudem einen Höhepunkt der Zero-Gruppe und der deutschen Nachkriegskunst dar.

Ostschweiz wie immer vertreten

Wie bei jeder ihrer Auktionen legt die Galerie Widmer Wert darauf, Werke regionaler Künstler anzubieten. Neben Carl Walter Liner, Albert Manser und den Appenzeller Naiven besonders hervorzuheben ist gemäss Markus Schöb von der Galerie Widmer das Hauptwerk «Zwei Appenzellerinnen in Barärmeltracht» von Carl August Liner aus dem Jahr 1916.

Aussergewöhnlich seien auch die über 300 Zeichnungen von Johann Ulrich Fitzi (1798–1855). Der Ostschweizer «Kleinmeister» habe ein bedeutendes Werk mit Ansichten und Detailstudien des Appenzellerlands und des Kantons St. Gallen geschaffen. Das Konvolut ergebe ein umfassendes Bild einer Region, wie es vor der Entstehung der Fotografie wohl europaweit einmalig war.

Die Bilder können von heute bis 28. Oktober in der Galerie Widmer vorbesichtigt werden.

www.galeriewidmer.com