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Herbert Stöckl – konstant überdurchschnittlich

Was bei Herbert Stöckl neben der fussballerischen Qualität auffiel, waren sein Temperament und seine Beständigkeit. Zwei Eigenschaften, die sich nicht selten ausschliessen, doch den Münchner brachten sie sehr gut voran. Beim FC St.
Fredi Kurth
Der Bayer Herbert Stöckl spielte auf der Libero-Position. (Bild: pd)

Der Bayer Herbert Stöckl spielte auf der Libero-Position. (Bild: pd)

Was bei Herbert Stöckl neben der fussballerischen Qualität auffiel, waren sein Temperament und seine Beständigkeit. Zwei Eigenschaften, die sich nicht selten ausschliessen, doch den Münchner brachten sie sehr gut voran. Beim FC St. Gallen spielte er fünf Jahre lang, für einen Ausländer rekordverdächtig, nicht zuletzt, weil damals in den 1970er-Jahren pro Mannschaft nur ein Spieler mit fremdem Pass auflaufen durfte. Stöckl agierte als Libero bereits in moderner Manier, sowohl hinter als auch vor der Abwehrreihe. Als er 1975 aus der Bundesliga in die Nationalliga A wechselte, war er 29 Jahre alt. Zuvor war ihm der Wuppertaler SV während sieben Jahren fussballerische Heimat. Gross geworden war er bei Münchner Vereinen, ehe er während einer Saison dem Kader des FC Bayern angehörte und drei Bundesliga-Spiele bestritt.

Vertrauen vom Trainer

Stöckl nahm in St. Gallen als relativ unbekannter Spieler sofort eine dominierende Rolle ein, sowohl als Spieler wie auch als Wortführer. «Ich war gewohnt, immer meine Meinung zu sagen, auch den Mitspielern gegenüber», erinnert sich Stöckl. «Eine gewisse Aggressivität gehört einfach zum Betriebsklima eines Fussballteams. Manchmal war ich jedoch zu heftig, und ich musste mich entschuldigen.» Seine Ära auf dem Espenmoos deckte sich genau mit jener von Trainer Willy Sommer. Die Behauptung, dass zuweilen Stöckl die Mannschaftsaufstellung machte, war aber sehr übertrieben. «Sommer hat mich ab und zu ins Vertrauen gezogen, was jeder Trainer mit dem Teamleader tut. Er hat ja auch mit Blättler geredet.»

Furgler bat um Verlängerung

Die damalige Mannschaft verbesserte sich von einem Abstiegskandidaten zu einem Team in der vorderen Tabellenhälfte. Einmal überwinterte sie auf Platz eins. Höhepunkt war der Cupfinal 1977 in Bern gegen die Young Boys, der mit 1:0 zugunsten des Heimteams ausging. Die Medien feierten indessen Herbert Stöckl als überragenden Mann des Endspiels, der in der Abwehr aufräumte und davor die Offensivaktionen der St. Galler auslöste. Bundesrat Kurt Furgler war von der Leistung des Deutschen derart angetan, dass er ihn nach dem Spiel überreden konnte, den Vertrag um zwei Jahre zu verlängern. Als Dank war er ihm beim Erwerb eines Grundstücks in Eggersriet behilflich.

Stöckl war in St. Gallen Berufsspieler. Einmal Training pro Tag genügte ihm aber nicht. So stellte ihn FC-Freund Bruno Gutmann als Versicherungsberater bei der «Genfer» an. Im Grunde wollte er seinen gelernten Beruf als Bankkaufmann ausüben. «Doch in der Schweiz wickelte sich das Börsengeschäft in französischer Sprache ab. Da hatte ich keine Chance.» Doch auch sein Versicherungsjob kam nicht richtig zum Tragen. «Ich sollte als Deutscher etwas verkaufen, für das die Menschen ohnehin nur ungern Geld ausgeben.» Als er die vom Club geleasten Autos der Spieler bei der «Genfer» versichern lassen wollte, legte Präsident Paul Schärli, in Chefposition bei der «Zürich», das Veto ein. «Er war am längeren Hebel. Ich hatte dafür Verständnis», sagt Stöckl.

Ohnehin blickt er positiv auf seine Zeit in der Gallusstadt zurück. Zweimal im Jahr trifft er sich mit Markus Calzavara, der Götti ist von Stöckls Tochter Géraldine. Den Sohn des ehemaligen FCSG-Präsidenten lernte er bei einem Anlass an der HSG kennen.

Plauschteam mit Bayern-Stars

Stöckl kehrte im Sommer 1980, nach 142 Ligaspielen und 33 Toren für St. Gallen, nach Oberpframmern zurück, jenen Münchner Vorort, in dem er aufgewachsen ist. Herbert Stöckl, im Januar 70jährig geworden, spielte hobbymässig noch einige Zeit beim lokalen Verein und arbeitete bis zu seiner Pensionierung auf der Hypo-Vereinsbank. Als er sie einmal zur Mittagsstunde verliess, trat ihm sein ehemaliger Bayern-Kollege Mucki Brenninger entgegen. «Was machst du denn hier?» «Ich arbeite da.» Damit schloss sich der Kreis. Stöckl spielte fortan mit alten Profis von Bayern München, neben Brenninger mit Sepp Maier, Peter Kupferschmidt, Gerd Müller, Werner Olk (Ex-Trainer FC St. Gallen), Rainer Ohlhauser und so weiter an jedem Wochenende in einem Plauschspiel. Heutzutage verbringt er mit seiner Frau Elke fünf Monate im Jahr in seinem vor 30 Jahren erworbenen Haus in Spanien. Der Vater von drei Kindern und drei Enkelkindern lernte seine Gattin bereits in Wuppertal kennen. Beständig und aktiv, das ist er auch in Familienangelegenheiten.

Matchtip Herbert Stöckl: FC St. Gallen – FC Basel 2:1 (So, 16 Uhr, AFG Arena)

Herbert Stöckl Der Münchner spielte fünf Jahre für den FC St. Gallen. (Bild: pd)

Herbert Stöckl Der Münchner spielte fünf Jahre für den FC St. Gallen. (Bild: pd)

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