Helfende für den Marktstand gesucht

Die Kirchgemeinden von Rorschach und Goldach geben Menschen mit kleinen Einkommen die Möglichkeit, Lebensmittel zu einem symbolischen Preis einzukaufen. Aktuell sind 47 Familien oder Einzelpersonen im Besitz des dafür erforderlichen Ausweises.

Peter Beerli
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Rita Dornbierer, Kirchenvorsteherin von Goldach, verteilt am Marktstand Brot. (Bild: Marianne Bargagna)

Rita Dornbierer, Kirchenvorsteherin von Goldach, verteilt am Marktstand Brot. (Bild: Marianne Bargagna)

RORSCHACH. Mittwoch, gegen 16 Uhr beim «Seehof» in Rorschach: Kinder rennen herum, Frauen und Männer verschiedenster Herkunft und Altersstufen warten geduldig, bis sich die Türe zum Raum, wo der Marktstand steht, öffnet. Derweil legen Helfende bereit, was ihnen von der St. Galler Tafel geliefert wird.

Einwandfreie Lebensmittel

Brot, Gemüse, Früchte, Milchprodukte, etwas Fleisch und Süssigkeiten: Lieferanten dieser Artikel sind Grossverteiler. Für sie sind Produkte, deren Verkaufsdatum abläuft, überschüssig, für die Menschen, die darauf angewiesen sind, einwandfrei. Um 16.30 Uhr ziehen die Berechtigten ein Los, das über die Reihenfolge des Eintretens entscheidet. Alles geht geordnet zu, und die Helferinnen sorgen als Verantwortliche dafür, dass auch die Letzten noch etwas Gutes mit nach Hause nehmen können.

Seit 2008 geben die Rorschacher Kirchgemeinden finanziell minder bemittelten Menschen einmal wöchentlich die Möglichkeit, solche Lebensmittel zum symbolischen Preis von einem Franken pro Einkauf zu kaufen. 2010 schlossen sich die Katholische und die Reformierte Kirchgemeinde sowie die Freie Evangelische Gemeinde Goldach an.

Berechtigung wird geprüft

Das Recht, am Marktstand einzukaufen, bekommen Menschen, die im Besitz des Caritas-Ausweises sind. Dieses Jahr wurden in Rorschach und Goldach 47 Ausweise abgegeben. Er wird nach Prüfung der Verhältnisse durch die Sozialdienste der Politischen Gemeinden und Kirchgemeinden Rorschach und Goldach abgegeben. «Wir schauen genau hin, wer ihn bekommt, und wer keinen Ausweis hat, hat auch keine Chance, am Marktstand einzukaufen», sagt Sozialarbeiterin Sandra Richter von der Katholischen Kirchgemeinde Rorschach. Kirchenvorsteherin Rita Dornbierer von der reformierten Kirche Rorschach, die jeweils am Stand steht, kennt die Leute, die das Angebot regelmässig benutzen. Sie macht seit Beginn bei der Sache mit.

Weitere Freiwillige nötig

Die Pfarreien suchen für diese Aufgabe Helfende mit einer sozialen und praktischen Ader, die Kontakte mit Menschen mögen und bereit sind, diskret zu arbeiten. Der Einsatz umfasst das Einrichten des Standes, das Bereitstellen der Lebensmittel, das Bedienen der Bezugsberechtigten und das Aufräumen. Geplant ist, dass die Freiwilligen ein- bis zweimal monatlich zum Einsatz kommen. Anmeldungen sind erbeten an Rainer Böhm, Goldach, 071 844 70 63, oder Sandra Richter, Rorschach, 071 841 21 82.

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