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HEIMSPIEL: Vier Journalisten kehren nach Wittenbach zurück, um über "No Billag" und ihr Heimatdorf zu diskutieren

Anita Bünter, Rafael Zeier, Stefan Schmid und Kaspar Surber haben einiges gemeinsam: Sie sind Wittenbacher und haben als Journalisten Karriere gemacht. Morgen erzählen sie im «Hirschen» aus ihrem Berufsalltag. Und debattieren über "No Billag".
Nina Rudnicki
Blick über das Dorf Wittenbach: Am Donnerstag diskutieren vier Journalisten, die hier aufgewachsen sind und auswärts Karriere gemacht haben, über die "No Billag"-Initiative, (Bild: Benjamin Manser)

Blick über das Dorf Wittenbach: Am Donnerstag diskutieren vier Journalisten, die hier aufgewachsen sind und auswärts Karriere gemacht haben, über die "No Billag"-Initiative, (Bild: Benjamin Manser)

Die «No Billag»-Initiative hat eine Debatte über Journalismus losgetreten. Landauf, landab wird diskutiert, wer, wie, welchen Medieninhalt bezahlen soll. Direkt oder indirekt betroffen von der Abstimmung vom 4. März sind auch vier Wittenbacher, die in verschiedenen Medienhäusern journalistisch tätig sind. Morgen Donnerstag tauschen sie sich im «Hirschen» aus, sprechen über ihre alte Heimat und diskutieren über mögliche Folgen der No-Billag-Abstimmung.

In Wittenbach viel über die Schweiz gelernt

«Bei Abstimmungen liegt Wittenbach meist im Schweizer Durchschnitt. Das macht die Gemeinde interessant», sagt «Woz»-Journalist Kaspar Surber. Wittenbach sei ein Ort, an dem man viel über die Schweiz lernen könne, und es widerspiegle nationale Entwicklungen. Er nennt einige Beispiele: Wittenbach mit seiner Lage zwischen Stadt und Land war schon Agglomeration, bevor dieses Wort politisch gebraucht wurde. Auch stark zersiedelt war die Gemeinde, Jahre bevor das Thema nationale Relevanz erlangte. Und als das Parlament 2012 die Ladenschlussgesetze für Tankstellenshops lockern wollte, schrieb Surber eine Reportage über die Shops an der St.Galler-Strasse, «weil es da unglaublich viele Tankstellen gibt».

Der Einladung der CVP und SP zum morgigen Medientalk hat Surber gerne zugesagt. «Die breite Bevölkerung interessiert sich zunehmend für die Frage, wie sich Journalismus finanziert. Die No-Billag-Diskussion ist nur ein Beispiel dafür», sagt der 38-Jährige. Auch die Fusion der NZZ-Regionaltitel und der AZ-Medien sowie der Streik der Belegschaft der Schweizer Depeschenagentur (sda) als Reaktion auf angekündigten Stellenabbau trügen zu dieser Entwicklung bei.

Von Wittenbach nach St.Gallen, Bern und Beirut

Wie funktioniert Journalismus? Wie entstehen Nachrichten? Wie hoch ist der Druck in den Medienhäusern? Und was denken die Wittenbacher über «No Billag»? Auf diese Fragen und die Diskussion ist «SRF»-Tagesschau-Reporterin Anita Bünter gespannt. «In den vergangenen Wochen haben sich immer mehr Leute für meine Arbeit interessiert. Sie wollten wissen, wie Beiträge entstehen und wie mein Arbeitsalltag aussieht», sagt die 30-Jährige.

Als Reporterin berichtet Bünter derzeit nur selten über Themen aus der Region St. Gallen. Anders war das während ihrer Zeit beim Regionaljournal Ostschweiz im Rahmen ihrer «SRF»-Ausbildung. Seither hat sie unter anderem in der Bundeshaus-Redaktion, bei «10vor10» und im Korrespondentenbüro in Beirut im Libanon gearbeitet.

Anita Bünter, Kaspar Surber, Stefan Schmid und Rafael Zeier ist gemeinsam, dass sie sich gerne an ihre Jugendzeit in Wittenbach erinnern. Nach der Kantonsschule St. Gallen zog es alle in andere Städte. Nach Wittenbach kehren sie heute nur noch für Familienbesuche zurück.

Enger Bezug zu St. Gallen wirft viele Fragen auf

«Tagblatt»-Chefredaktor Stefan Schmid lebt in St. Gallen. Aus journalistischer Sicht sei Wittenbach aber genauso spannend, sagt er. «Es ist eine wichtige Agglomerationsgemeinde. Der enge Bezug zu St. Gallen wirft viele Fragen auf – wie etwa jene der Pendler oder des Verkehrs.» Schmid freut sich auf die Diskussion. «Es ist eine gute Idee, dass wir vier Wittenbacher Journalisten über dieses relevante Thema in unserer Heimatgemeinde diskutieren», sagt der 39-Jährige.

Dass die Diskussion in Wittenbach stattfindet, war auch für Rafael Zeiers Zusage ausschlaggebend. «Wie hätte ich Nein sagen können, wenn die Veranstaltung im ‹Hirschen› ist, an dem ich schon als Kindergärtler immer vorbeispaziert bin», sagt er. Zeier arbeitet beim «Tages-Anzeiger». Zum Journalismus kam er, als er als 19-Jähriger 1999 mit HSG-Freunden Radio Toxic.fm gründete. Später wechselte er zu «DRS1» und 2011 zum «Tages-Anzeiger», wo er über alles schreibt, was mit Digitalisierung, Internet und Technologie zu tun hat.

Die Aktualitäten in Wittenbach bekomme er am Rande mit. «Spannend finde ich allerdings, wie sich das Dorf zum Vorort und Stadtteil entwickelt. Das hat positive wie negative Folgen und birgt reichlich Material für Berichte.»

Wittenbacher Medientalk: Donnerstag, 8. Februar, 19.30 Uhr, Restaurant Hirschen

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