Heilende DJ-Beats im Gotteshaus

St. Laurenzen Die Kirche ist fast bis auf den letzten Platz gefüllt. Am Altar steht aber nicht Pfarrer Hansruedi Felix. Am Altar arbeitet DJane Pa-Tee. Mit sphärischen Klängen, die ans Hackbrettspiel aus dem Appenzellerland erinnern, füllt sie das Gotteshaus. Ihr Sound wird leiser und leiser.

Daniel Wirth
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St. Laurenzen Die Kirche ist fast bis auf den letzten Platz gefüllt. Am Altar steht aber nicht Pfarrer Hansruedi Felix. Am Altar arbeitet DJane Pa-Tee. Mit sphärischen Klängen, die ans Hackbrettspiel aus dem Appenzellerland erinnern, füllt sie das Gotteshaus. Ihr Sound wird leiser und leiser. Die DJane geht vom Mischpult, die Lichtorgel über ihr macht ebenfalls Pause.

Dafür steigt Bernhard Ruchti zur Orgel empor. Er entlockt dem Königsinstrument, wie die Orgel von Pfarrer Hansruedi Felix bezeichnet wurde, ein furioses Klangspiel, das auch fleissige Kirchgänger bass erstaunen lässt. Plötzlich wird es ganz still. «This is my church, this is where I heal my hurts» (Das ist meine Kirche, hier heile ich meinen Schmerz): Pfarrer Felix spricht diesen Satz dreimal kurz hintereinander zur Gemeinde, die auf dem Weg durch die Museumsnacht ist.

Tanzen ist wie Spielen; beides tut der Seele gut

Die Worte sind Teil des Songs «God is a DJ» der britischen Band Faithless, die vor zwei Wochen am Summerdays-Festival in Arbon spielte. In Anlehnung daran lautete das Motto an der Museumsnacht in St. Laurenzen «Is God a DJ?». Es wird ausprobiert.

DJane Pa-Tee und DJ Pbeat sind an der Reihe. Sie knüpfen an Ruchtis furioses Orgelspiel an – nur, dass ihre Musik mit einem Beat unterlegt wird, der die Kirchenbänke zum Vibrieren bringt.

Es geht keine zwei Minuten, bis sich die ersten Frauen und Männer von den Bänken erheben und ganz vorne im Kirchenschiff mit dem Tanzen beginnen. Tanzen ist wie Spielen; beides tut der Seele gut. Drum, klar: God is a DJ!

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