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Hecht attackierte Taucher

Das Tagblatt bietet mit dieser Serie regelmässige Einblicke in die faszinierende Flora und Fauna unter der Oberfläche des Bodensees. Thema im 3. Teil ist der Hecht, der zu aufdringlichen Tauchern schon mal gegen die Brust klopft.
Rudolf Hirtl
Begegnung der unheimlichen Art: Der Goldacher Tino Dietsche wurde von einem Hecht im Bodensee, Höhe Hauptbahnhof, attackiert. Der Räuber störte sich an der Fotolampe. (Bilder: Tino Dietsche)

Begegnung der unheimlichen Art: Der Goldacher Tino Dietsche wurde von einem Hecht im Bodensee, Höhe Hauptbahnhof, attackiert. Der Räuber störte sich an der Fotolampe. (Bilder: Tino Dietsche)

Bodensee. Im Winter wird der Bodensee zum Eldorado von Tauchern. Aufgrund des dann fehlenden Algenwachstums ist die Sicht deutlich besser, als in der wärmeren Jahreszeit, wenn nicht selten nur noch knapp die Flosse des Vordermanns zu erkennen ist. Ins Blickfeld von Tauchern gerät derzeit immer häufiger ein einheimischer Speisefisch, nämlich der Hecht, der im Ruf steht, ein aggressiver Räuber zu sein.

Taucher angegriffen

Dies nicht zu Unrecht, wie nicht nur Fischer, sondern auch Taucher berichten. Der Süsswasserraubfisch, der eine Länge von 150 Zentimetern und ein Gewicht von über 20 Kilo erreichen kann, stürzt sich auf jeden Köder, den er vor seine spitzen Zähne bekommt. Selbst einer durchs Wasser gezogenen Bananenschale kann er nicht widerstehen. Andere Fische, Artgenossen, Frösche, Vögel und kleine Säugetiere gehören zu seinem Beutespektrum.

Der Goldacher Tino Dietsche, leidenschaftlicher Taucher und Fotograf – die Hechtbilder auf dieser Seite stammen von ihm – hat die Aggressivität dieses Räubers mit der unverwechselbaren dynamischen Körperform am eigenen Leib erfahren. Bei einem Tauchgang im Herbst fühlte sich ein Hecht vom Licht der Kamera gestört und griff den Taucher beherzt an.

«Er hat mit seinem spitzen Maul mehrmals mit voller Wucht meine Brust gerammt und hat sich dann davongemacht», erinnert sich Dietsche, der unverletzt blieb und heute schmunzelnd von einer doch eher «unheimlichen Begegnung» spricht.

Mit dem Alter ruhiger

Derart aggressives Verhalten hat er nur bei Jungspunden beobachtet. Mit dem Alter würden die Fische gelassener. Im Rhein bei Diepoldsau lebe etwa ein 1,2-Meter-Exemplar, das sich von Tauchern berühren lasse.

Der Hecht ist ein Sichträuber und hält sich gerne in Ufernähe von Flüssen, Seen und Teichen auf. Laichzeit ist jeweils im Frühling, und damit nicht auch noch paarungswillige Hechtmännchen Fressopfer der Weibchen werden, hat Mutter Natur diesen während der Paarung eine Fresshemmung verpasst.

Thema dieser Tagblatt-Serie waren bis anhin Krebse, in der Ausgabe vom Dienstag, 8. Dezember 2009, sowie Welse, in der Ausgabe vom Freitag, 29. Januar 2010.

Hecht im Alten Rhein bei Diepoldsau. Die Raubfische sind bei Tauchgängen regelmässig anzutreffen.

Hecht im Alten Rhein bei Diepoldsau. Die Raubfische sind bei Tauchgängen regelmässig anzutreffen.

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