Hausbesitzer müssen sich an der Prävention beteiligen

ST.GALLEN. Hausbesitzer im Kanton St. Gallen müssen je nach Gefährdungslage ihre Liegenschaft vor Elementarschäden schützen. Das verlangt ein neues Gesetz. Damit soll ein weiterer Anstieg von Schäden verursacht durch Sturm, Hagel und Hochwasser vermieden werden.

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Die heftigen Niederschläge von Mitte Juni verursachten beträchtliche Überschwemmungsschäden - allein in Wil gab es 400 Schadenfälle. (Bild: Ralph Ribi (Ralph Ribi))

Die heftigen Niederschläge von Mitte Juni verursachten beträchtliche Überschwemmungsschäden - allein in Wil gab es 400 Schadenfälle. (Bild: Ralph Ribi (Ralph Ribi))

In den letzten Jahren sind die Schäden durch Elementarereignisse weiter angestiegen. Bei 85 bis 90 Prozent der Fälle waren Hochwasser, Hagel und Sturm die Ursache der Schäden.

Die Elementarschadensumme betrug 2015 im Kanton St. Gallen 11,5 Mio. Franken. Die heftigen Niederschläge von Mitte Juni verursachten beträchtliche Überschwemmungsschäden - allein in Wil gab es 400 Schadenfälle im Umfang von 6 Mio. Franken.

Die globale Klimaveränderung, Bauen an ungünstigen Standorten und die Verwendung von schadenempfindlichen Materialien seien die Hauptgründe für die Zunahme, sagte Renato Resegatti, Direktor der Gebäudeversicherung (GVA) des Kantons St. Gallen, am Donnerstag vor den Medien. Auffällig sei, dass besonders heftige Naturereignisse mit grossen Schadenfolgen in immer kürzerer Kadenz auftreten.

Rund 20 Prozent der Gebäude betroffen

Ziel der Gesetzesrevision sei unter anderem die Verhinderung eines weiteren Anstiegs der Elementarschäden, sagte Resegatti. Mit der Änderung im Gesetz über die Gebäudeversicherung (GVA) werden Hausbesitzer zu vermehrten Präventionsanstrengungen verpflichtet.

Dabei sei in erster Linie die Eigenverantwortung der Eigentümer gefragt. Im Kanton St. Gallen gibt es 190'000 versicherte Gebäude. Bei rund 15 bis 20 Prozent bestehe Bedarf, die Gebäude besser gegen Sturm, Hagel, Hochwasser und andere Naturgefahren zu schützen.

Wichtig sei neben einer stabilen Bauweise auch, dass der Gebäudeunterhalt nicht vernachlässigt werde, sagte der GVA-Direktor. Liege ein Gebäude in einem besonderen Gefahrengebiet, könnten sich spezielle Schutzmassnahmen aufdrängen.

Versicherte riskieren Leistungskürzungen

Werden die Vorsorgepflichten künftig verletzt, riskieren die Versicherten, dass ihnen die Versicherungsleistungen um bis zu 50 Prozent gekürzt werden, erklärte Resegatti. Zudem wird ein gefährdungsabhängiger Selbstbehalt von 8 Prozent der Versicherungsleistung eingeführt.

Die Versicherten erhalten eine Vorlaufzeit, die Massnahmen kommen ab 2017 zur Abwendung. Die GVA unterstützt die Hauseigentümer bei der Umsetzung mit Informationen, Beratungen und Beiträgen. In der nächsten Woche erhalten die Versicherten mit der Prämienabrechnung einen Flyer mit den wichtigsten Neuerungen. (sda)

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