HAUPTVERSAMMLUNG: Unternehmer statt Unterlasser

Der Goldacher Gewerbeverein wird im kommenden Jahr 100 Jahre alt. Die Vorbereitungen für die Festivitäten zum Jubiläum laufen bereits. Auch die Bevölkerung soll profitieren.

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Während vielerorts die Gewerbler über ihre Situation klagen, schaut man in Goldach positiv nach vorn. «Wir machen unsere Sache gut und müssen keine riesigen Zukunftsängste haben», sagte Gewerbevereinspräsident Guido Boltshauser am Mittwoch an der Hauptversammlung in der Aula. «Ein gesunder Respekt ist richtig. Aber wir sind Unternehmer, keine Unterlasser.»

Unternehmen wird der Gewerbeverein in den kommenden Monaten einiges. Die Informationsbroschüre «Goldach total» wird überarbeitet und erscheint 2018 im neuen, modernen Kleid. «Sie wird schlanker, erhält ein neues Format und soll einen Mehrwert für Bürger und Gewerbe darstellen», sagt der Projektverantwortliche Andreas Gehrig. Man ist innovativ: So werden Servicetexte mit Hinweisen zu Angeboten des heimischen Gewerbes kombiniert. Geplant sei zudem ein Gutscheinsystem und eine crossmediale Nutzung via App, sagt Gehrig. Die Broschüre erhält auch einen neuen Namen. Den Vorschlag «Goldach first» habe man mit Blick auf die Entwicklungen in den USA abgelehnt, sagt Gehrig und schmunzelt. Der Verein geht zurück zu seinen Wurzeln und macht seinen bewährten Slogan zum Titel: «Lueg zerscht z’Goldach».

Der Zeitpunkt der Neuerscheinung könnte passender nicht sein. Denn 2018 feiert der Gewerbeverein sein 100-jähriges Bestehen. Davon soll auch die Gemeinde profitieren: «Unser Geschenk an die Bevölkerung soll nachhaltig und an einem prominenten Ort im Dorf aufgestellt sein», sagt Guido Boltshauser. Der Platz bei der geplanten Zentrumsüberbauung könnte mit einem Brunnen-Wasserspiel samt Sitzgelegenheiten aufgewertet werden. Da die Überbauung derzeit durch Einsprachen blockiert ist, dürfte das Geschenk aber mit Verspätung fertiggestellt werden.

Wegen der Wuga ein Defizit

Der ordentliche Teil der Hauptversammlung geht diskussionslos über die Bühne. Der Gewerbeverein verzeichnet im vergangenen Jahr 14 Austritte und fünf Eintritte. Die Jahresrechnung schliesst wegen Mehraufwänden für die Wuga 2015 zwar mit einem Defizit. Die stabile finanzielle Lage des Vereins könne dies aber verkraften, wie Kassier Guido Eilinger aufzeigt. Jahresrechnung, Budget und Revisorenberichte genehmigen die Mitglieder einstimmig. Die Planung für die nächste Wuga im Jahr 2018 starte im Sommer, sagt OK-Präsident Andreas Grüter. Noch fehlt ein OK-Mitglied für den Bereich Werbung.

Vereinspräsident Boltshau­sers Jahresbilanz fällt positiv aus. Die vom Gewerbe organisierten Anlässe wie etwa das Podium zur Umfahrung Mühlegut seien gut besucht gewesen. Der Verein werde sich diesbezüglich weiterhin für eine schnelle Lösung einsetzen. Auch die gemeindeübergreifenden Gutscheine «Gewerbe am See» finden Anklag. Boltshauser lobt hierbei die Zusammenarbeit mit den benachbarten Gewerbevereinen. Lob gibt’s zum Schluss auch von Goldachs Gemeindepräsident Dominik Gemperli. In seiner kurzen Ansprache unterstreicht er die Bedeutung des heimischen Gewerbes: «Es ist das Rückgrat der Gesellschaft.»

Linda Müntener

linda.muentener@tagblatt.ch