Hauptsache mit Liebe

Kurz vor Valentinstag boomt das Geschäft mit den Blumen. In der Blumenbörse Mörschwil herrscht bereits um sechs Uhr morgens Hochbetrieb. Hier kaufen Floristen aus der ganzen Region ein, immer auf der Suche nach der perfekten roten Rose.

Nina Rudnicki
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Mehrere 100 Sorten Schnittblumen lagern in der Blumenbörse Mörschwil. Der Favorit ist und bleibt aber die rote Rose. (Bild: Urs Bucher)

Mehrere 100 Sorten Schnittblumen lagern in der Blumenbörse Mörschwil. Der Favorit ist und bleibt aber die rote Rose. (Bild: Urs Bucher)

MÖRSCHWIL. Gerade erst in den Niederlanden ersteigert, lagern die Rosen bereits einen Tag später in einem auf sechs Grad gekühlten Raum der Blumenbörse in Mörschwil. Rote Rosen oder doch lieber gelbe? Kurz vor dem Valentinstag dreht sich hier alles um «den Liebesbeweis» schlechthin. Es ist sechs Uhr morgens. Auf den Strassen ist es noch ruhig. Im Blumengrosshandel herrscht bereits Hochbetrieb. Floristen aus der ganzen Region holen hier ihre Bestellungen ab oder suchen nach Material für das Blumengesteck.

Weltweiter Handel

Ein bis zwei Lastwagen erwartet Roger Staub, Geschäftsführer der Blumenbörse, jeden Morgen. Einen aus den Niederlanden voller Schnittblumen wie Tulpen oder Rosen und einen aus Italien, beladen mit Frühlingsblumen wie etwa Margeriten. 30 Mitarbeiter sind dann unter anderem damit beschäftigt, die Blumen in die Gestelle einzuräumen oder spezielle Lieferungen für die Floristen bereitzustellen.

Valentinstag, aber ohne Rosen

Die Blumen kommen aber nicht nur aus Italien und den Niederlanden. «Bei uns können auch lokale Blumen wie Tulpen oder Zwiebelpflanzen gekauft werden», sagt Staub. Nur seien am Valentinstag eben vor allem rote Rosen gefragt. «Sie sind nun mal das Symbol der Liebe.»

Symbol der Liebe hin oder her, Margot Stolz von der Blattwerkstatt in Kriessern kauft aus Prinzip kaum rote Rosen für ihr Geschäft. «Kurz vor Valentinstag sind rote Rosen im Schnitt mit vier bis fünf Franken im Einkauf doppelt so teuer wie üblich. Da will ich nicht mitmachen», sagt sie, während sie ihren Einkaufswagen mit verschiedenen Schnittblumen und Grünzeug belädt. «Es gibt bessere Blumen. Davon hab ich auch meine Kunden überzeugt. Die wissen Bescheid und haben mittlerweile akzeptiert, dass ich am Valentinstag nur ganz wenig rote Rosen im Geschäft habe», sagt sie augenzwinkernd.

«Vielleicht müssten die Männer mehr Einfallsreichtum oder Mut beweisen», sagt Marion Hartmann vom Blumengeschäft Floristicum in Eggersriet, die ebenfalls in der Blumenbörse einkauft. Ein Valentinstag ohne rote Rosen sei für viele undenkbar. «Männer verlangen praktisch immer danach. Wahrscheinlich weil sie dann davon ausgehen, nichts falsch machen zu können.» Frauen seien schon etwas mutiger und würden sich nicht selten für Frühlingsblumen entscheiden. Je länger je mehr sei der Valentinstag nicht nur der Tag der Liebe, sondern auch der Freundschaft.

Die perfekte Rose

Nach der perfekten roten Rose sucht an diesem Morgen auch Erica Rose Oehy vom Mörschwiler Blumengeschäft Erica Rose. Jeden Morgen um sechs Uhr schaut sie in der Blumenbörse vorbei. Eine einzelne rote Rose, schön ausgarniert, das sei der Klassiker in ihrem Geschäft, sagt sie und fügt sogleich hinzu: «Wer aber nach etwas Dauerhaftem sucht, dem rate ich auch einmal zu einer Orchidee.»