HAUPTBAHNHOF NORD: Ein paar Wünsche bleiben

Die Stadt hat ihre Pläne für die Weiterentwicklung des Gebiets nördlich des Hauptbahnhofs bekanntgegeben. Die Ideen kommen bei der Bevölkerung gut an.

David Gadze
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Über 100 Personen diskutieren am Mittwochabend in der Lokremise über die Entwicklung des Areals Hauptbahnhof Nord. (Bild: Michel Canonica)

Über 100 Personen diskutieren am Mittwochabend in der Lokremise über die Entwicklung des Areals Hauptbahnhof Nord. (Bild: Michel Canonica)

David Gadze

david.gadze@tagblatt.ch

Der partizipative Prozess für die Weiterentwicklung des Gebiets Hauptbahnhof Nord ist zu Ende. Was im November 2015 mit einer Online-Umfrage begonnen hatte und mit mehreren Aktionen fortgesetzt wurde, fand am Mittwochabend mit einem Forum in der Lokremise seinen Abschluss. Dort haben die Verantwortlichen die vier Projekte der Testplanung und die daraus erarbeitete Synthese der Bevölkerung vorgestellt (Ausgabe vom Mittwoch).

Über 100 Personen sind gekommen: Interessierte, Anwohner, Grundeigentümer, Studenten, Vertreter von Verbänden, Stadträte, Mitarbeiter der Stadtverwaltung, einige SP-Stadtparlamentarier. Sie alle diskutieren die vier Vorschläge und insbesondere die Synthese und bringen ihre Wünsche ein. Diese fliessen dann in die Empfehlungen ein, aufgrund derer der Stadtrat Anfang 2017 einen Entscheid über das weitere Vorgehen fällen wird.

Von «visionslos» bis «grossartig»

Das Forum ist in drei Teile gegliedert. In der ersten Runde müssen die Teilnehmer festhalten, was ihnen gefällt und was nicht. Die zweite ist der Frage gewidmet, was für die Zukunft des Areals Hauptbahnhof Nord wichtig ist. In der dritten Runde geht es schliesslich darum festzuhalten, welche Vorschläge man den Verantwortlichen auf den Weg gibt und welches die wichtigsten Elemente im weiteren politischen Prozess sind. Diskutiert wird in Gruppen von etwa fünf bis sieben Personen. Die Antworten in den ersten beiden Teilen sind zu einem grossen Teil gleich oder zumindest sehr ähnlich. Die Rückmeldungen auf die Synthese reichen dabei von «es fehlen die Visionen» oder «keine spannenden Inputs» bis zu «grossartig» oder «am besten morgen mit dem Bauen beginnen». Viele Teilnehmer loben, dass Inputs aus dem ersten Forum von Ende April in das Endergebnis eingeflossen seien.

Begrüsst wird insbesondere, dass «lebendige Orte» wie das «Spanische Klubhaus» erhalten bleiben und neue entstehen sollen. Auch die «Plaza Mayor», ein Quartierpark gegenüber dem Klubhaus, kommt gut an. Sie gibt aber auch zu reden. Es sei eher ein «Majörli», sagen jene, die sie zu klein finden. Andere befürchten, dass sie im Winter im Schatten der geplanten Gebäude zu einem trostlosen Ort werden könnte. Vorgeschlagen wird, verschiedene öffentliche Nutzungen im Park zuzulassen oder im Sommer dort ein Gartenrestaurant des Klubhauses einzurichten.

Mehrfach geäussert wird die Kritik, der Ergänzungsbau neben dem geplanten neuen Hochhaus auf dem oberirdischen Parkplatz sei zu nahe an der Lokremise geplant. Das Hochhaus selbst wird mehrheitlich positiv aufgenommen. An vielen Tischen wird auch über die Haltestelle für Fernbusse an der Lagerstrasse diskutiert. Sie müsse im Zuge der Neubebauung verlegt werden, lautet der Tenor.

Kiosk möglichst bald realisieren

Auf sehr positives Echo stösst die Idee, auf dem Vorplatz der Fachhochschule einen nach allen Seiten offenen Kiosk nach südländischem Vorbild aufzustellen. Dieser müsse möglichst rasch realisiert werden. Allgemein werden die Verantwortlichen angehalten, mit der Realisierung der Ideen nicht zuzuwarten und das Gebiet schon vor dem Baustart zu beleben. Geäussert wird auch der Wunsch, nach dem Ende des partizipativen Verfahrens in die weiteren Schritte eingebunden oder zumindest über das weitere Vorgehen informiert zu werden.

www.stadtsg.ch/bhfnord