Hans-Peter Steiner

Er sei glücklich, gesund und mit sich und der Welt zufrieden, sagt Hans-Peter Steiner. Man glaubt es ihm, er sieht zufrieden aus. «Ich fühle mich sehr gut», ergänzt er mit einem Lächeln.

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Hans-Peter Steiner fühlt sich am neuen Arbeitsplatz wohl. (Bild: Reto Martin)

Hans-Peter Steiner fühlt sich am neuen Arbeitsplatz wohl. (Bild: Reto Martin)

Er sei glücklich, gesund und mit sich und der Welt zufrieden, sagt Hans-Peter Steiner. Man glaubt es ihm, er sieht zufrieden aus. «Ich fühle mich sehr gut», ergänzt er mit einem Lächeln. Diese Nachricht dürfte all jene freuen, die sich nach dem Abstecher Steiners ins Gossauer Schulpräsidium Sorgen um ihn gemacht haben. Die Sorge war nicht unbegründet. Denn bei der Rücktrittserklärung nach nur drei Monaten als Schulpräsident hat er unter anderem von gesundheitlichen Problemen gesprochen. «Damit meinte ich ungewohnte Schlaflosigkeit, Nervosität und Appetitlosigkeit», sagt Steiner.

In der Silvesternacht 2008, wenige Tage vor seinem Amtsantritt, habe er sich gefühlt, als hätte man «eine Katze gegen das Fell gestreichelt».

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Hans-Peter Steiner hat sofort für einen Schwatz mit der Zeitung eingewilligt. Er hat sich die NewsCafé-Bar ausgesucht. «Die Medien sind bei meiner Rücktrittsankündigung fair mit mir umgegangen», sagt er rückblickend. Sein Rücktritt als Schulpräsident nach nur gerade sieben Monaten hat mächtig für Furore gesorgt.

«Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortung haben für mich nicht gestimmt. Deshalb habe ich die Konsequenzen gezogen.» Jetzt stimmt es wieder für ihn, und zwar an einem neuen Ort: Im kantonalen Amt für Berufsbildung in St. Gallen ist er als Berufsfachschulberater tätig.

Im Amt für Berufsbildung hat doch auch Urs Blaser, der jetzige Gossauer Schulpräsident und Nachfolger von Steiner, gearbeitet? «Nein, wir haben nicht die Jobs gewechselt», sagt Steiner lachend. Aber fast.

Blaser war Leiter der Abteilung Berufsfachschulen, Steiner arbeitet in einem Dreierteam als Berater. «Es war ein normales Wahlverfahren», sagt Steiner. Er habe, weil er sich für den Entscheid Zeit gelassen habe, aus verschiedenen Angeboten auswählen können. Er habe sich für das Bildungsdepartement entschieden. Blaser und Steiner pflegen einen guten Kontakt.

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Noch einmal spult Steiner den Film zurück. Das vergangene Jahr sei ein wertvolles Jahr gewesen. Wirklich? «Ja.» Denn wäre er nicht als Schulpräsident gewählt worden, wäre er nicht dort, wo er jetzt sei. Er und seine Frau hätten das Jahr 2009 wie auch die früheren Jahre in einem digitalen Fotobuch festgehalten. «Das schauen wir uns jeweils an Silvester an und ziehen Bilanz.» Er sei ein Mensch, der Rituale liebe.

«Eine Nachtwanderung an Silvester, jeweils am Freitag mit meiner Frau einen Apéro geniessen, am Sonntagmorgen zwei Stunden mit ihr joggen», nennt er wenige Rituale. Mitten im Gespräch schaut er auf die Uhr. Nein, er habe noch Zeit, er wolle nur sicher sein, dass er seine Frau nicht stehenlasse.

A propos Joggen. Hans-Peter Steiner kann auch schneller laufen als im Jogging-Tempo. «Ich habe mich für den Berlin-Marathon angemeldet. Es wird mein zehnter sein», erzählt er.

Diesen wollte er eigentlich am 28. September 2008 laufen, musste aber gezwungenermassen absagen. An diesem Tag waren die Wahlen in den Stadtrat – er wurde gewählt.

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Nein, er verkrieche sich nicht, es gebe keinen Grund dazu. Morgens um sieben sei er jeweils im Büro im Amt für Berufsbildung in St. Gallen, in der Regel komme er um 18.15 Uhr nach Hause. Das sei der Grund, warum die Gossauer ihn nur selten sähen. Er geniesse vielmehr sein Privatleben und sein Haus am Parkweg.

Von dort aus sehe er auch zum Notkerschulhaus. Er habe gesehen, dass gezügelt worden sei – die Realschüler sind ausgezogen. Im Notkerschulhaus hat Steiner die ersten fünf Jahre unterrichtet. Zurück in den Lehrerberuf wolle er nicht. Er habe im Amt für Berufsbildung in einem guten Team eine interessante Arbeit mit viel Gestaltungsfreiraum gefunden.

Rita Bolt

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