Hans Hug

Keinen Kaffee. Zwei Tassen am Morgen, zwei am Mittag. Das genügt. «Aber etwas Warmes brauche ich trotzdem bei dieser Kälte», sagt Hans Hug und bestellt einen Pfefferminztee in der News Café Bar. Der Muoler ist oft in diesem St. Galler Lokal und noch öfter in der Stadt selbst.

Drucken
Teilen
Hans Hug, CVP-Kantonsrat und Häggenschwil-Sympathisant. (Bild: Michel Canonica)

Hans Hug, CVP-Kantonsrat und Häggenschwil-Sympathisant. (Bild: Michel Canonica)

Keinen Kaffee. Zwei Tassen am Morgen, zwei am Mittag. Das genügt. «Aber etwas Warmes brauche ich trotzdem bei dieser Kälte», sagt Hans Hug und bestellt einen Pfefferminztee in der News Café Bar. Der Muoler ist oft in diesem St. Galler Lokal und noch öfter in der Stadt selbst. Er mag das Urbane: «Hier richtet man den Blick in die Höhe, um die Häuser zu betrachten. Auf dem Land ist alles kleiner.» Nein, einen Stadt-Land-Graben gebe es nicht im Kantonsrat, wo er seit sechs Jahren politisiert: «Zwar gibt es Politiker vom Land, die weniger in der Stadt und mehr auf dem Land verändern wollen. Aber von einem Graben kann definitiv nicht die Rede sein.»

*

Und was sagt er zum angeblichen Graben zwischen Muolen und Häggenschwil? Hans Hug winkt ab: «Ein Klischee. Klar gibt es den Spruch <Häggenschwil und Muolen nicht>, und klar gibt es noch ältere Muoler, die das Heu nicht auf der gleichen Bühne mit den Häggenschwilern haben.» Wegen früher. Als Muolen noch zu Hagenwil gehört habe. Und auch heute noch Thurgau-orientiert sei. Häggenschwil schaue nach vorne, nach St. Gallen. «Und vielleicht», sagt Hug, «sind die Häggenschwiler ja auch selbstbewusster als die Muoler.» Ein kehliges Lachen. Die zahlreichen Fältchen um seine Augen lassen erahnen, dass Hans Hug oft lacht. «Spass beiseite.» Hug macht eine wegwerfende Handbewegung. «Die Häggenschwiler sind unsere Nachbarn.» Hat er sich darum im Kantonsrat für das «Piratendorf» eingesetzt? «Man hat mich um Hilfe gebeten, und ich habe versucht zu helfen. Aber es geht nicht nur um Häggenschwil. Es geht um alle kleinen Oberstufen, die qualitativ gut sind und trotzdem schliessen sollen.» Und wie stehen nun die Chancen für die Oberstufe Häggenschwil? Hans Hug zögert. Er spricht nicht gerne über die aktuelle Situation im Nachbardorf und noch weniger möchte er eine Prognose abgeben. «Es wäre nicht richtig. Schliesslich bin ich Unternehmer und Landwirt und kein Schulpolitiker.»

*

Hans Hug hat kürzlich das Präsidium des Schweizer Rauhfutter-Verbandes abgegeben. Aber lieber erzählt er von seiner Vergangenheit. Er ist weder in Häggenschwil noch Amriswil zur Schule gegangen. Und auch nicht in Wittenbach, «das Oberstufenzentrum gab's damals noch gar nicht». Nein, er habe nach der Volksschule in Hagenwil das Kollegium in Vaduz besucht. Seine Eltern hätten das so gewollt. Und auch, dass er sich im Dorf engagiere. Mit 30 ist Hans Hug Gemeinderat geworden. Damit war er etwa gleich alt, wie der jetzige Gemeindepräsident. Wie findet er eigentlich Bernhard Keller? «Er ist ein guter Mann, er setzt sich für die Gemeinde ein.» Hug selbst war vor Keller ein Jahr lang Interimspräsident. Eine gute Erfahrung? «Sehr gut, ich möchte sie nicht missen. Vor allem nicht die Gemeinderatssitzungen, die ich führen durfte.» Doch die Doppelbelastung mit dem eigenen Landesprodukte-Handel sei gross gewesen. Hug war froh, als er das Präsidium nach der Fertigstellung der Ortsplanung abgeben konnte.

*

Noch acht Jahre bis zur Pension. Wie sollen diese aussehen? Hans Hug lehnt sich zurück, steckt seine Hände in die Hosentaschen. «Also», sagt er. «Auf alle Fälle wird es keine Karrieresprünge mehr geben. Aber ich kann mir vorstellen, erneut für den Kantonsrat zu kandidieren.» Und da die Ferien bisher zu kurz gekommen seien, möchte er öfters verreisen. Am liebsten in den Osten Europas. Russland wäre toll. Oder Tschechien. «Ich möchte mir ein Bild davon machen, wie sich die Länder seit Ende des Kommunismus entwickelt haben. Was wäre in der Landwirtschaft noch möglich?» Aber natürlich beschäftige ihn auch die Entwicklung der Schweizer Landwirtschaft. Diese bereite ihm schon Sorgen. «Ansonsten bin ich ein sorgenfreier Mensch.»

Martina Kaiser

Aktuelle Nachrichten