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HANF: Nach Joint ans Steuer gesetzt

Ein Mann hat zum dritten Mal seinen Führerausweis verloren, weil er sich nach dem Rauchen eines Joints ans Steuer setzte. Nun erhielt er eine bedingte Freiheitsstrafe.

Die Polizei führte Ende Oktober 2016 auf der Zürcher Strasse eine Grosskontrolle durch. Als der Beschuldigte dies sah, wendete er kurz vor der Kontrollstelle sein Fahrzeug und fuhr in entgegengesetzter Richtung davon. Die Polizei fuhr ihm nach und konnte ihn auf der Fürstenlandbrücke anhalten. Ein Drogenschnelltest zeigte, dass der THC-Grenzwert überschritten war. Die Blut- und Urinprobe im Kantonsspital wies schliesslich den Cannabiswirkstoff THC in einer Konzentration von 4,6 Mikrogramm pro Liter aus. Der Grenzwert liegt bei 1,5 Mikrogramm.

Einen Tag nach der Polizeikontrolle ordnete die Untersuchungsbehörde beim Beschuldigten eine Hausdurchsuchung an. Dabei fanden die Beamten drei alte Waffen in seinem Kellerabteil. Es handelte sich um zwei Gewehre und eine Flinte. Die Waffen gehörten nicht ihm, erklärte der Beschuldigte an der Verhandlung am Kreisgericht St. Gallen. Sie seien wohl von Drittpersonen dort gelagert worden. Das Kellerabteil sei stets unverschlossen gewesen.

Der Staatsanwalt hatte für den Beschuldigten eine unbedingte Freiheitsstrafe von neun Monaten beantragt, da es nicht das erste Mal war, dass der Mann mit seinem Auto in nicht fahrfähigem Zustand unterwegs war. Ein Aufenthalt im Gefängnis werfe ihn in seinen Bemühungen, sein Leben in den Griff zu bekommen, weit zurück, antwortete der Beschuldigte auf die Frage, was eine unbedingte Freiheitsstrafe für ihn bedeuten würde.

Freiwillig in Klinik eingetreten

Seit mindestens drei Jahren trinke er keinen Schluck Alkohol mehr, erklärte der 30-Jährige dem Einzelrichter. Er habe auch gemerkt, dass ihm das Rauchen von Marihuana nicht gut tue, da der Konsum bei ihm Angststörungen hervorrufe. Deshalb habe er damit aufgehört, sei aber wieder rückfällig geworden. Nach einem freiwilligen Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik konsumiere er nun seit letztem September keine Drogen mehr und sei in psychologischer Nachbehandlung.

Der Einzelrichter am Kreisgericht St. Gallen anerkannte die Bemühungen des Beschuldigten, sein Leben in geordnete Bahnen zu lenken. Zudem sah er es nicht als bewiesen an, dass die Waffen tatsächlich dem jungen Mann gehörten. Er verurteilte ihn zwar wie von der Staatsanwaltschaft beantragt zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten, sprach die Strafe aber mit einer Probezeit von vier Jahren bedingt aus. Ihm müsse klar sein, dass er sich während der Probezeit nichts mehr zu Schulden kommen lassen dürfe, redete ihm der Einzelrichter ins Gewissen. Der Beschuldigte muss im Weiteren eine Busse von 300 Franken zahlen und die Verfahrenskosten von rund 4000 Franken. (cis) mailto:

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