Hamel könnte Besitzer wechseln

Noch ist der ehemalige Fabrikkomplex Hamel im Besitz der Stadt Arbon. Doch die Anzeichen mehren sich, dass die Liegenschaft bald den Eigentümer wechseln wird. HRS soll am Zug sein. Im Parlament erschallt der Ruf nach Transparenz.

Max Eichenberger
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Die Stadt will nicht lange auf dem Hamel sitzenbleiben. Angeblich steht ein Verkauf des Komplexes gegenüber dem Bahnhof bevor. (Bild: Max Eichenberger)

Die Stadt will nicht lange auf dem Hamel sitzenbleiben. Angeblich steht ein Verkauf des Komplexes gegenüber dem Bahnhof bevor. (Bild: Max Eichenberger)

ARBON. Der Stadtrat hat letzten Sommer bereits angekündigt, dass Arbon beabsichtige, nicht auf dem «Hamel» sitzen zu bleiben und ihn zu gegebener Zeit wieder veräussern zu wollen. Im Dezember 2010 hatte die Stadt den markanten Backsteinbau von der damaligen Eigentümerin OC Oerlikon Saurer für eine knappe Million Franken erworben.

Öffentliche Interessen wahren

Es waren strategische Überlegungen, weshalb sich die Stadt selber als Käuferin ins Spiel gebracht und dann auch den Zuschlag erhalten hatte. Mit der nicht von langer Hand geplanten Investition wollte der Stadtrat sicherstellen, bei der Frage der künftigen Nutzung des Areals an dieser zentraler Lage mitbestimmen und die öffentlichen Interessen wahren zu können. Eigene Pläne verfolgte die Stadt nicht ernsthaft – auch wenn zwischenzeitliche Planspiele von einem möglichen Umzug der städtischen Verwaltung von der Altstadt in die sogenannte «Neue Stadtmitte» handelten.

Nicht weg vom Stadthaus

Ein solches Szenario wurde dann aber flugs wieder ad acta gelegt. Ein entsprechendes Ansinnen hätte nämlich alle Bekenntnisse und Bemühungen, die Altstadt aufwerten zu wollen, ad absurdum geführt.

Neben dem Hamel-Gebäude, beim neuen Webschiff-Kreisel, ist der Bushof projektiert. Mit dem Bahnhof soll er zur Drehscheibe des öffentlichen Verkehrs werden. Die Arboner werden noch in diesem Jahr über das ÖV-Konzept und die geplanten Investitionen abstimmen.

Darum ist es für den Stadtrat von eminenter Bedeutung, dass er die Entwicklung des Hamel-Komplexes aktiv steuern und Leitplanken setzen kann. Es geht ihm dabei um öffentliche Interessen. Bushof und der prädestinierte Publikumsort im Saurer WerkZwei werden durch eine neue Fussgängerunterführung vom Bahnhof her erschlossen. Umgekehrt schafft diese die Verbindung zum See. Die Stadt pocht darauf, dass Teile des Hamels öffentlichen Nutzungen vorbehalten bleiben. So soll der Kopfbau als Publikumsarkade gestaltet werden: mit Dienstleistungen und Verkauf. Die Arkade wird vom Bahnhof über die neue unterirdische Fussgängerpassage erschlossen. Vorläufig ist diese bis an die Hamel-Fassade erstellt. Die Unterführung war im Dezember zum Teil eröffnet worden. Auch soll ein Investor die Verpflichtung eingehen, einen Teil des Hamels kulturellen Nutzungen vorzubehalten.

Vor Vertragsabschluss?

Die von HRS im Auftrag der Stadt erstellte Nutzungsstudie und konkrete Inhalte sind nicht öffentlich gemacht worden. Sie sollen den städtischen Vorstellungen inzwischen nahe kommen. HRS wird als potenzieller Käufer gehandelt. Angeblich stehen HRS und die Stadt vor einem Vertragsabschluss. Stadtammann Andreas Balg mag dies zum jetzigen Zeitpunkt weder bestätigen noch dementieren.

Das Thema Hamel beschäftigt auch das Parlament. Claudia Zürcher (FDP) hat eine Einfache Anfrage eingereicht. Sie will darin wissen, welche Anforderungen ein Investor erfüllen muss und welche Rahmenbedingungen an einen Verkauf geknüpft sind. Weiter interessiert sie, ob die Öffentlichkeit noch vor einem Vertragsabschluss informiert wird.

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