Haltestelle Lustmühle wird umgebaut

Die Appenzeller Bahnen haben ein Projekt für den Umbau des Bahnhofs Lustmühle und der Verlängerung der Kreuzungsstelle vorgelegt. Die Pläne stehen in Zusammenhang mit der Durchmesserlinie und der damit einhergehenden Taktverdichtung.

Alessia Pagani
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Geplant sind neue Perrons und eine Verschiebung der Gleisachse in Richtung Kantonsstrasse. (Bild: Alessia Pagani)

Geplant sind neue Perrons und eine Verschiebung der Gleisachse in Richtung Kantonsstrasse. (Bild: Alessia Pagani)

TEUFEN. Die Appenzeller Bahnen (AB) wollen den Bahnhof Lustmühle behindertengerecht machen und gleichzeitig die Bahnkreuzungsstelle verlängern. Dies wird aus einer Mitteilung des Teufner Gemeinderates ersichtlich. Das eisenbahnrechtliche Plangenehmigungsgesuch liegt noch bis 29. August auf. Mit dem Projekt soll hinsichtlich der Taktverdichtung ab dem Fahrplanwechsel 2018/2019 ein fliessendes Kreuzen der Züge ermöglicht werden. Als Knackpunkt sieht der Gemeinderat die Situation der Velofahrer und Fussgänger.

Kreuzen ermöglichen

Am Bahnhof soll eine neue Perron- und Gleisanlage entstehen. «Die Kreuzungsstelle soll auf rund 400 Meter in Richtung Teufen verlängert werden, um den Viertelstundentakt zu ermöglichen», so Alexander Liniger, Mediensprecher der AB. Anstatt des bisherigen Mittelperrons werden zwei neue Perrons von 52 Metern Länge erstellt. Wie der Leiter des Teufner Tiefbauamtes, Ueli Anderfuhren, auf Nachfrage erklärt, geht die Verlängerung der Kreuzungsstelle einher mit der Realisierung der Durchmesserlinie.

«Mit dem Projekt verschiebt sich die gesamte Gleisachse in Richtung Kantonsstrasse», so Anderfuhren. Dies macht Anpassungen an zwei privaten Erschliessungsstrassen und einer Bahnschranke notwendig. Die beiden bestehenden Bahnübergänge für Fussgänger werden aufgehoben und durch einen neuen ersetzt. Dieser wird weiter südlich in Fahrtrichtung St. Gallen liegen. «Damit würden aber die Bahnbenutzer dauernd die Zufahrt zum Veloständer und den Veloweg zur Teufenerstrasse kreuzen», so Anderfuhren. «Dieser Konflikt soll mit einer Verschiebung der Velozufahrt entflechtet werden.»

Nebst der Verlängerung der Kreuzungsstelle soll die Haltestelle dem Behindertengleichstellungsgesetz entsprechend ausgebaut werden. «Ziel ist es, dass der Zugang zum Perron und in die neuen Tango-Züge ohne Spalt überbrückt und von einem Rollstuhlfahrer ohne Hilfe erfolgen kann», so Liniger.

Finanzierung sichergestellt

Die Kosten für das Projekt, welches Ende 2018 abgeschlossen sein soll, betragen acht Millionen Franken. Einerseits sei die Finanzierung durch den Bahninfrastrukturfonds sichergestellt und in einer Leistungsvereinbarung zwischen den AB und dem Bund festgehalten, andererseits komme ein kleiner Teil der Mittel aus den Fördermassnahmen für die Umsetzung des Behindertengleichstellungsgesetzes, so Liniger. Auch Teufen beteiligt sich an den Kosten: «Die Gemeinde hat gemäss Leistungsvereinbarung Beiträge an Bahnprojekte zu bezahlen», so Anderfuhren. Zudem müsse sie einen gesetzlichen Wasserbaubeitrag an die Offenlegung des Feldwaldbachs leisten. Konkret hat der Gemeinderat einen Kredit von 220 000 Franken für die Verlegung der Wasserleitung freigegeben. Der Abtretung von 350 Quadratmetern Gemeindeboden für die Aus- und Umbauten hat er zugestimmt.