Häufung von Todesfällen durch virale Infektionen

Von Freitag bis Montag sind im städtischen Altersheim sechs Menschen verstorben. Dies weckt Erinnerungen an das Jahr 2005, als innert sechs Wochen 17 Todesfälle zu beklagen waren.

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rorschach. Der Stadtrat informierte am Montag über die ungewöhnliche Häufung von Todesfällen im Altersheim an der Promenadenstrasse. Von Freitag bis Sonntag sind zwei Bewohnerinnen und drei Bewohner im Alter von 82 bis 96 Jahren gestorben. Am Montag verstarb eine weitere, 87jährige Person; auch in diesem Fall mitverursacht durch ein Virus, das grippeähnliche Symptome auslöst.

Kein Handlungsbedarf

Amtsarzt Martin Heinzelmann, Allgemeinmediziner in Rorschach, wollte gegenüber dem Tagblatt keine Stellungnahme abgeben. Er hat aber laut Communiqué der Stadt Rorschach bereits betont, dass er keinen Handlungsbedarf für besondere Massnahmen sieht. Kantonsarzt Markus Betschart vom kantonalen Amt für Gesundheit in St.

Gallen bezeichnet eine Einschätzung der Lage im Altersheim Rorschach durch ihn «als reine Spekulation». Grundsätzlich habe der Amtsarzt bei ungewöhnlichen Todesfällen Polizei und Untersuchungsamt zu informieren. Dies sei aber nicht geschehen, weshalb von Todesfällen mit natürlichen Ursachen auszugehen sei. Ein Häufung von Todesfällen in Altersheimen, verursacht durch Grippesymptome auslösende Viren, ist nach Ansicht von Markus Betschart nicht als aussergewöhnlich zu betrachten.

Gefährliche Kombination

Laut Robert Etter, Direktor Bürgerspital Kompetenzzentrum Geriatrie und Alter in St. Gallen, ist es erfahrungsgemäss die Kombination – ein durch eine vorhandene Krankheit bereits geschwächter Körper trifft auf ein Grippevirus –, die bei älteren Menschen zum Tod führen kann. Altersheime hätten daher bei verstärkt auftretenden viralen Erkrankungen die Hygienevorschriften umzusetzen. (rtl)

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