Häggenschwil sucht Anschluss

HÄGGENSCHWIL. Die Piratenflaggen werden versorgt – vorerst: Einstimmig haben die Häggenschwiler gestern den Schulrat beauftragt, die Zusammenarbeit mit einer Privatschule zu prüfen. Ziel ist eine Filiallösung, die den Erhalt der Oberstufe ermöglichte.

Markus Wehrli
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Gut möglich, dass die Romanshorner SBW-Schule bald eine Oberstufen-Filiale in Häggenschwil eröffnet. (Bild: Hanspeter Schiess)

Gut möglich, dass die Romanshorner SBW-Schule bald eine Oberstufen-Filiale in Häggenschwil eröffnet. (Bild: Hanspeter Schiess)

Der Traum der eigenen Oberstufe geht weiter – zumindest bis August. Gestern abend hat die Schulbürgerversammlung dem Schulrat das Mandat erteilt, in Verhandlungen mit der Romanshorner SBW-Privatschule zu treten. Ziel der Gespräche ist ein Schulmodell, in welchem die Häggenschwiler Oberstufe als Filiale der Privatschule weitergeführt werden könnte. Damit – wenn auch mit einer unkonventionellen Lösung – wäre die 1200-Seelen-Gemeinde am Ziel ihrer Wünsche: nämlich die eigene Oberstufenschule im Dorf behalten zu können.

Piratenflagge in Kiste verpackt

Seit Oktober 2010 ist bekannt, dass der St. Galler Erziehungsrat die Oberstufe aufgrund der zu geringen Schülerzahl schliessen will. Der Widerstand gegen diesen Entscheid hatte bekanntlich nicht lange auf sich warten lassen – Häggenschwil mutierte zwischenzeitlich zum Piratennest. Gestern abend nun die Wende: Symbolisch liess Schulpräsident Alan Germann die Piratenflagge an der Versammlung einrollen und in eine Kiste verpacken. «Wir wollen jetzt alle Energie nach vorne richten», sagte er.

Tatsächlich drängt die Zeit. Welches Modell auch immer der Häggenschwiler Schulrat erarbeitet: Im Sommer 2012 wird die Oberstufe in ihrer heutigen Form geschlossen. Der Erziehungsrat würde eine regionale Lösung begrüssen, vor allem mit dem benachbarten Oberstufenzentrum Grünau in Wittenbach.

Noch einige Knacknüsse

Nebst dem Beitritt zu dieser Oberstufenschulgemeinde favorisieren die Häggenschwiler aber die Filiallösung mit der Privatschule. Die Bürger hiessen gestern zwei Anträge einstimmig gut – denjenigen zur Prüfung der Filiale sowie die Überprüfung der Kosten bei einem Beitritt zur «Grünau».

Die Privatschule «SBW Haus des Lernens» in Romanshorn ist an einer Zusammenarbeit interessiert. Eine der Knacknüsse dürfte die Finanzierung sein. «Kommt das Modell teurer als der Beitritt zur Oberstufe Grünau oder stimmt die Schulqualität bei der Filiale nicht, wird es sehr schwierig», sagte Germann.

Der Schulrat hat nun bis zum 24. August für die Verhandlungen Zeit. Dann wird eine ausserordentliche Bürgerversammlung über die definitive Schulform befinden.

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