Haben Schüler Video selbst gedreht?

ST.GALLEN. Im Primarschulhaus Grossacker ist in den vergangenen Tagen ein Video mit angeblich kinderpornografischem Inhalt herumgereicht worden. Scheinbar sollen einige Schüler diesen selbst gedreht haben.

Merken
Drucken
Teilen
Hier tauchte das Pornografische Video auf: Das Schulhaus Grossacker. (Bild: Jonny Schai)

Hier tauchte das Pornografische Video auf: Das Schulhaus Grossacker. (Bild: Jonny Schai)

Das Primarschulhaus Grossacker kommt aus den Schlagzeilen nicht heraus: Vor einigen Tagen wurde ein Video mit angeblich kinderpornografischem Inhalt in einem Gruppenchat verbreitet. Nun sollen laut Aussagen einiger Schüler darin zwei männliche Drittklässer vorkommen. Eine 14-Jährige soll das Ganze aufgenommen haben.

Wie 20 Minuten erfuhr, dürfte es sich aber tatsächlich um kinderpornografisches Material handeln.

Eltern verweigern Aussage
Eltern der betroffenen Sechstklässler sowie ihre Klassenlehrerin verweigerten gegenüber 20 Minuten eine Aussage und verwiesen an die Schulleiterin. Wie mehrere Eltern sagten, wurde ihnen und den Kindern untersagt, mit Unbeteiligten zu sprechen. "Es hiess, wir sollen das Schreiben der Schule vernichten", so eine betroffene Mutter.

Die Mitglieder des Gruppenchats, in welchem das Video herumgereicht worden war, sollen diverse Schüler der sechsten Klasse im Schulhaus Grossacker sein. Das Video hat sich rasend schnell verbreitet und ist auch über den Gruppenchat hinaus weiter geteilt worden.

Fall liegt bei der Staatsanwaltschaft
Welchen Inhalt der Film genau hat, ist offiziell nicht bekannt. Auch Schulleiterin Carol van Willigen hat das Video nicht gesehen. Sie habe ebenso die Lehrpersonen angewiesen, sich den Film nicht anzusehen – schliesslich sei das illegal, wie sie sagt.

Nachdem die Schulleitung vom Video Kenntnis erhielt, hat sie die Polizei eingeschaltet. Die Ermittlungen gegen Unbekannt sind laut Bruno Metzger, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen, abgeschlossen.

Metzger bestätigt die Ermittlungen und spricht von einem Tatverdacht wegen verbotener Pornografie. Er betont aber, dass die Polizei bislang keine Kenntnis über den Inhalt des Films habe. Ob es sich dabei tatsächlich um kinderpornografisches Material handelt, kann er weder bestätigen noch dementieren. Der Fall liegt nun bei der Staatsanwaltschaft. Diese entscheidet, ob allenfalls Anklage erhoben wird. (red.)