«Habe den Froschkönig geliebt»

Die Schlossfestspiele Hagenwil präsentieren erstmals ein Familienprogramm. Für Regisseur Florian Rexer geht damit ein Wunsch in Erfüllung. Seine Adaption des Grimm-Märchens hat bereits vor der Premiere Beachtung gefunden.

Rita Kohn
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Verwünscht den Prinzen: Die böse Fee (Doris Haudenschild) schickt den Königssohn, als Frosch verzaubert, in den Brunnen. (Bild: Rita Kohn)

Verwünscht den Prinzen: Die böse Fee (Doris Haudenschild) schickt den Königssohn, als Frosch verzaubert, in den Brunnen. (Bild: Rita Kohn)

Hagenwil. Im Schlossbrunnen rappt es. Die Prinzessin staunt. Dieses widerliche, schleimige Ungetüm, das ihre goldene Kugel aus dem Wasser gefischt hat, macht ihr trotz allem Eindruck. Dabei hat sie sich doch vorgenommen, den traurigen Frosch abzuweisen, wenn er darauf beharrt, dass sie ihr Versprechen einlöst.

Wer kennt ihn nicht, den Froschkönig aus dem Märchen der Brüder Grimm? «Ich habe den Froschkönig geliebt», bekennt Regisseur Florian Rexer. Als Schauspieler habe er diese Rolle am Kindertheater am häufigsten gespielt. So war es für ihn denn auch gleich klar, dass der Froschkönig auf die Bühne kommen soll, sobald er die Möglichkeit hat, ein Familienstück zu inszenieren.

Überzeugungsarbeit leisten

Bis es so weit war, musste Rexer allerdings Überzeugungsarbeit leisten. «Meine beiden Partner bei den Schlossfestspielen waren sehr skeptisch», sagt er. «Die Gefahr war gross, dass das Familienprogramm nicht ganz so gut läuft und vom Abendstück subventioniert werden muss.» Dennoch überzeugte Florian Rexer seine Partner Andi Angehrn und Roman Bottlang. «Ich habe mich so auf das Stück gefreut, dass ich den Text in gerade einmal einer Nacht umgeschrieben hatte», sagt Rexer. Denn die Suche nach einer passenden Version sei fruchtlos gewesen. «Entweder sind es sehr alte Umsetzungen oder sehr moderne. Keine dieser Versionen konnte mich überzeugen.»

Auf Tournée gehen

Um den Froschkönig «reisefähig» zu machen, wird mit einem kleinen Ensemble und einer bescheidenen Kulisse gearbeitet. Als Froschkönig steht Michael Kobi auf der Bühne, Luzia Bonilla bekleidet unter anderem die Rolle der Prinzessin, und Doris Haudenschild ist als böse Fee und Erzählerin im Einsatz. Dazu kommen bei allen noch einige kleinere Passagen, in denen sie kurzzeitig in weitere Rollen schlüpfen. Der geschickte Einsatz von Kostümen und Kulissen macht dieses Wechselspiel problemlos möglich.

Dank der Mobilität – immerhin spielt der Froschkönig jeweils nachmittags auf der Bühne, die für «Diener zweier Herren» aufgebaut ist – wird es möglich sein, mit dem Stück auch auf Tournée zu gehen. Geplant sei, den Froschkönig bei Firmenanlässen oder in Schulen zu spielen. «Das Stück kann bei uns als Ganzes gebucht werden.»

Besser als erwartet

Ob das Familienstück die Kosten ganz wird einspielen können, ist noch ungewiss. Allerdings sei der Vorverkauf der Tickets weit besser gestartet als erwartet, freut sich Florian Rexer. Die Plätze seien so gut gebucht, dass zwei weitere Vorstellungen angeboten werden. «Es sind nicht nur Kinder, die das Stück sehen möchten», weiss Florian Rexer. Es hätten sich ganze Familien, aber auch viele Erwachsene ein Ticket gesichert. «Für mich ist das der Beweis, dass es ein Bedürfnis nach Theaterstücken für Kinder und Familien gibt.» Diesbezüglich sei ja nur sehr wenig im Angebot.

Beachtung gefunden

Besonders erfreut ist Florian Rexer darüber, dass die europäische Märchenkommission auf das Stück in Hagenwil aufmerksam geworden ist. «Ich finde es grossartig, dass wir von dieser Seite Unterstützung bekommen», so Rexer. Nach dem positiven Echo schon vor der Premiere ist der Regisseur davon überzeugt, dass auch in den nächsten Jahren ein Familienprogramm angeboten wird. Und auch davon, dass es Märchen sein werden. «Die natürliche Kulisse hier im Schloss ist dafür wie geschaffen.»

«Der Froschkönig», Schlossfestspiele Hagenwil, ab Mittwoch, 10. August, 15 Uhr. Infos unter www.schlossfestspiele-hagenwil.ch

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