Gymnasium Untere Waid will zum Unternehmen werden

MÖRSCHWIL. Am Gymnasium Untere Waid beruhigt sich die Lage zusehends. Das ganz grosse Köpferollen ist zwar ausgeblieben, trotzdem werden fast alle Schlüsselpositionen neu besetzt. Auch Stiftungsratspräsident Markus Seitz hat per Ende Juli seinen Rücktritt angekündigt. Die Nachfolge sei «auf gutem Weg», heisst es auf Anfrage. Als Grund für seine Demission gibt Seitz die in der Krisensituation «gigantische zeitliche Belastung» an.

Corinne allenspach
Drucken
Auch der Stiftungsratspräsident des Gymnasiums tritt zurück. (Bild: Ralph Ribi)

Auch der Stiftungsratspräsident des Gymnasiums tritt zurück. (Bild: Ralph Ribi)

Tatsächlich ist in der Unteren Waid vieles aufgebrochen: Lehrerentlassungen, Schülerproteste, sofortiger Rücktritt des Schulratspräsidenten. Im März erreichte die Krise ihren Höhepunkt. Inzwischen sei das Schlimmste überstanden, sagt Seitz. «Aber zahlreiche Herausforderungen stehen noch bevor.»

«Nichts beschönigen»
Auch Rektor Ivo Regli wird zurücktreten, nach einem «psychisch und körperlich sehr strengen Jahr». Kein Rektor, kein Schulratspräsident, kein Stiftungsratspräsident. Ist die Waid überhaupt noch handlungsfähig? Michael Balmelli, seit kurzem Vorsitzender ad interim des Schulrats, glaubt ja, will aber nichts beschönigen. «Die Untere Waid steht derzeit an einem Übergang.»
Zwar sei das Gymnasium, das von 1924 bis 2007 von Salettinern geführt wurde und seither eine Stiftung ist, weiterhin eine Institution mit christlichen Werten. Gleichzeitig aber auch ein Unternehmen. Und als solches müsse man unternehmerische Entscheide durchsetzen und angemessen kommunizieren. Besonders schmerzlich könne das sein, wenn es darum gehe, den Lehrkörper anzupassen, wie in den vergangenen Wochen geschehen.

Leistung gefordert
Aber dies sei nötig, ist Michael Balmelli überzeugt. Denn heute werde Leistung verlangt, und eine Privatschule brauche ein besonderes Engagement.


Mehr zum Thema in der gedruckten Ausgabe und im E-Paper vom 11. Juli.