Gutes aus Zürich

Lokalspitz

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Sie sind süss. Sie sind pastellfarben. Sie sind aus Zürich: die Luxemburgerli der Confiserie Sprüngli. Sie sind weltberühmt. Wer als St. Galler in Zürich war, rühmte sich, indem er Luxemburgerli nach Hause brachte. Gekauft an der weltberühmten Bahnhofstrasse. Die kleinen süssen Macarons kamen an und wurden rasch verzehrt. Leicht und schaumig. Ein auf der Zunge zergehender Hauch aus dem grossen Zürich.

Seit wenigen Wochen muss der St. Galler allein deswegen nicht mehr nach Zürich. Die traditionsreiche Confiserie Sprüngli hat an der Multergasse in St. Gallen, an bester Lage in der Altstadt, eine schmucke Filiale eröffnet. Grosszügig eingerichtet. Mit einer riesigen Auslage mit gelben, roten, grünen, braunen, weissen und allerlei anderen Luxemburgerli. Die Expansion der Zürcher in die Ostschweiz tut St. Gallen gut. Die Bankhäuser vom Paradeplatz sind ja längst schon hier. Jetzt hat auch ein Zürcher Zuckerbäcker in die Gallusstadt gefunden.

Doch nun stellt sich dem St. Galler die Frage: Was bringe ich in Zukunft aus Zürich heim? Jetzt, wo’s die Luxemburgerli vor der Haustüre gibt. Ein Züricher Geschnetzeltes? Schwierig zu transportieren. Ein Birchermüesli? Na ja! Ein Leibacher Biber? Lieber nicht, gute Biber gibt’s im Appenzellerland. Vielleicht ein Wiederkerli? Was, noch nie gehört? Das ist eine Rostbratwurst aus dem Zürcher Stadtkreis Wiedikon. Ein Wiederkerli soll besser schmecken als eine Olma-Bratwurst. Sagen die Zürcher. Ausgerechnet sie, die landesweit bekannt sind für chronisches Understatement.