Guter Rechnungsabschluss trügt

Die Jahresrechnung der Gemeinde Mörschwil weist einen Ertragsüberschuss von 1,4 Mio. Franken aus – dank Landverkauf und Verbuchung ausstehender Steuern.

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mörschwil. Budgetiert war ein Aufwandüberschuss von 190 250 Franken. Eine Besserstellung um mehr als eineinhalb Millionen Franken? «Das Ergebnis ist nicht so gut, wie es scheint», sagt Gemeindepräsident Paul Bühler. Es gebe zwei Sonderfaktoren.

Da sei einmal die Weisung des Departementes des Innern, dass Steuerrückstände aktiviert werden müssen. Seit Jahren habe man in Mörschwil nur die tatsächlich bezahlten Steuern als Einnahmen verbucht. Nicht aber die noch ausstehenden.

Unbezahlte Steuern als Ertrag

Diese habe man quasi als stille Reserve betrachtet in der Hoffnung, dass sie noch bezahlt werden. Durch die Aktivierung, also die Verbuchung der geschuldeten Beträge als Einnahmen, resultiert eine Besserstellung um 919 981 Franken. «Das kann man aber nur einmal machen», sagt Paul Bühler.

Mehr Geld von Baulandverkauf

Als zweiten Sonderfaktor erwähnt Bühler den Buchgewinn aus Baulandverkäufen im Gebiet Hueb. Budgetiert worden sei ein solcher von einer Million Franken. Tatsächlich resultierten aber 1 367 636 Franken.

Berücksichtigt man die Aktivierung der Steuerrückstände von knapp einer Million und den um 367 636 Franken höheren Gewinn aus dem Landverkauf, resultiert noch ein Überschuss von etwa 112 500 Franken. Das wiederum kommt gegenüber dem Budget, das ein Defizit von 190 250 Franken vorsah, einer Besserstellung um gut 300 000 Franken gleich. Der Ertragsüberschuss wird laut Bühler für zusätzliche Abschreibungen und Rückstellungen für Projekte wie das Altersheim verwendet. Ein Teil werde den Reserven für zukünftige Aufwandüberschüsse zugewiesen.

Steuerfuss belassen

Für das laufende Jahr beantragt der Gemeinderat, den Steuerfuss bei 92 Prozent zu belassen. Im Budget rechnet er so mit einem Defizit von 154 350 Franken. Dieses würde bei Bedarf aus der Reserve für künftige Aufwandüberschüsse gedeckt. Diese beträgt laut Bühler gegenwärtig etwa drei Millionen. (mb.)

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